Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller sieht noch keinen Grund zum Handeln. Im Basketball sei es schwer, Spiele durch einen Akteur zu manipulieren.
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Von Fried-Michael Carl
Frage:
Herr Schüller, jetzt ist der Verdacht aufgekommen, dass ein Versuch unternommen werden sollte, auch ein Spiel der Basketball-Bundesliga zu manipulieren. Seit wann wissen sie von diesen Vermutungen?
Hermann Schüller
: Ich habe Mitte der Woche davon gehört, dass es eine mögliche Anschuldigung geben soll. Aber zurzeit ist noch nichts bewiesen. Und den Verantwortlichen der Basketball-Bundesliga ist noch keine Einsicht in die Akten durch die Staatsanwaltschaft gewährt worden. Danach weiß man sicher mehr.
Frage:
Haben Sie schon mit Ihren Spielern gesprochen, ob sie in Verbindung mit den Verdächtigungen stehen?
Schüller:
Nein, es besteht überhaupt noch keine Notwendigkeit, irgendwelche Nachforschungen anzustellen.
Frage:
Es soll aber ein Spiel aus der Playoff-Endphase der Saison betroffen sein. Müssen Sie da nicht die Spieler befragen?
Schüller
: Noch einmal, bislang sind alles nur Gerüchte und da muss ich noch nicht reagieren. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass unsere Spieler betroffen sein könnten. Natürlich kann und will ich nicht die Hand für sie ins Feuer legen. Aber ich schätze sie als so starke Charaktere ein, dass sie solchen Anfechtungen nicht verfallen. Sie hätten doch gar keinen Grund gehabt, ein Spiel zu manipulieren. Die Spieler wollten Meister werden und haben dafür sportlich alles getan.
Frage:
Dass Fußballspiele manipuliert werden, ist hinreichend bekannt. Welche Möglichkeiten bestehen, um im Basketball Einfluss auf den Ausgang der Partien zu nehmen?
Schüller:
Basketball ist bei weitem nicht so anfällig für Manipulationsversuche wie andere Sportarten. Der Spieler hat so gut wie keine Möglichkeiten, das Spiel negativ zu beeinflussen. Und wenn einer wirklich mehrere Fehler in Folge macht, wird er sofort vom Trainer aus dem Spiel genommen, damit er sich auf der Bank eines Besseren besinnen kann. Zudem ist die Rotation im Basketball so groß wie in kaum einer anderen Sportart.
Frage:
Könnte es nicht leicht möglich sein, über die Unparteiischen Einfluss zu nehmen?
Schüller:
Theoretisch schon, praktisch ist dies aber auch schwer möglich, denn da hat die Basketball-Bundesliga vorgebeugt. So werden die Schiedsrichteransetzungen im Vorfeld nicht veröffentlicht. Zudem haben die Unparteiischen ein Verbot, in den VIP-Raum zu gehen. So soll ein zu enger Kontakt zu den Verantwortlichen der Vereine verhindert werden.