Sie sind ein absolutes Urgestein in der BBL, 2006 bestritten Sie ihre erste Saison. Was ist aus Ihrer Sicht der größte Unterschied zwischen damals und heute?
Julius Jenkins (37)Ich weiß noch, dass wir damals bei Alba Berlin nur zwei deutsche Spieler im Team hatten. Ich war einer von sieben oder acht Amerikanern. Und so war es bei allen Mannschaften in der Liga. Das ist heute komplett anders, durch die 6+6-Regel haben deutsche Spieler mehr Chancen – ich finde das eine sehr gute Sache.
Sie haben fast Ihre gesamte Karriere in Deutschland verbracht. Warum?
JenkinsNun, ich habe bei vielen Topteams gespielt und viele Erfolge gefeiert. Dann macht es natürlich Spaß. Es gab zwar immer wieder mal die Möglichkeit, in ein anderes Land zu wechseln – aber warum hätte ich das tun sollen? Ich hatte mir in der BBL irgendwann einen Namen gemacht und fühlte mich von Anfang an sehr wohl hier. Zudem ist Deutschland wirtschaftlich eines der stabilsten Länder der Welt.
Am 10. Februar werden Sie 38 Jahre alt. Werden Sie nicht so langsam Basketball-müde?
JenkinsÜberhaupt nicht. Der Basketball hat mir und meiner Familie so viel gegeben, er hat mich da hingebracht wo ich heute bin und treibt mich weiter an. Ich liebe dieses Spiel noch immer. Wenn ich auf dem Parkett stehe, fühle ich mich gut.
Die Profi-Karriere von Julius Jenkins begann 2003 in Deutschlands zweiter Liga in Nürnberg. 2006 wechselte er zu Alba Berlin, wo er sich in den folgenden fünf Jahren zu einem der Stars der Liga entwickelte. 2008 wurde der in Fort Lauderdale/Florida geborene Flügelspieler mit Berlin deutscher Meister, ebenso 2012 mit Brose Bamberg. Nach dem Titelgewinn mit den Franken kam Jenkins nach Oldenburg. Mit den EWE Baskets wurde er 2013 Vizemeister und 2015 Pokalsieger. Danach verbrachte er ein Jahr in Montenegro, ehe er zur Saison 2016/17 in die BBL zurückkehrte und bei Science City Jena unterschrieb.
Also werden Sie Ihre Karriere auch nach dieser Saison fortsetzen?
JenkinsDefinitiv. Ich werde noch mindestens eine weitere Saison spielen. Was dann passiert, werden wir sehen.
Was kommt Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie an Ihre drei Jahre in Oldenburg zurückdenken?
JenkinsDass ich mit einem der größten Spieler dieser Liga zusammenspielen durfte – Rickey Paulding. Ein großartiger Typ und ein großartiger Freund. Es waren gute Zeiten in Oldenburg. Ich habe sehr gut gespielt, wir waren einige Male knapp dran an der Meisterschaft, in meiner letzten Saison haben wir mit dem Pokalsieg ja doch noch einen Titel geholt. Oldenburg ist eine kleine, gemütliche Stadt – ich bin froh, dass ich dort drei Jahre meiner Karriere verbringen durfte.
In Oldenburg denken die Fans voller Sorge an den Moment, wenn Rickey Paulding seine Karriereende verkünden wird. Wie lange wird es bis dahin noch dauern?
Jenkins(lacht) Das weiß ich auch nicht. Der Kerl ist einfach unglaublich, es ist Wahnsinn, was er noch drauf hat. Rickey wird noch so lange spielen bis er selbst merkt, dass es genug ist. Aber so bald wird das noch nicht sein – ich denke, dass noch einige Jahre in ihm stecken.
Sie spielen in Jena mit dem 38-jährigen Immanuel McElroy und dem 37-jährigen Derrick Allen zusammen. Sie drei werden gern als „Rentner-Trio“ bezeichnet. Stört Sie das?
Jenkins Ich kann es doch eh nicht beeinflussen. Ich bin noch immer schneller als die Jungs, die 15 oder 20 Jahre jünger sind als ich – da ist es mir egal, ob die Leute über mein Alter reden (lacht).
Jena hat die vergangenen acht Spiele in Folge verloren. Machen Sie sich Sorgen um den Klassenerhalt?
JenkinsNein. Wir haben noch genügend Spiele, in denen wir Siege holen können. Wir müssen positiv bleiben, hart arbeiten und jetzt einfach sehen, dass wir aus der Situation herauskommen.
Zu Saisonbeginn hat Jena die Baskets mit dem Erstrunden-Sieg im Pokal geschockt. Können Sie diesen Coup an diesem Freitag (20.30 Uhr) in der großen EWE-Arena wiederholen?
JenkinsEs ist ein wichtiges Spiel für uns, wir brauchen einen Sieg. Aber es wird schwer. Die Baskets sind nicht mehr mit der Mannschaft vom Anfang der Saison zu vergleichen, sie spielen sehr viel besser.
