Istanbul - Entspannt sitzt Dennis Schröder auf einer Holzbank in der Trainingshalle von Istanbul. Weder der Achtelfinal-Schlager gegen Frankreich noch Fragen zu Sicherheitssorgen bei der EM-Endrunde in der türkischen Metropole können den Jungstar der deutschen Basketballer aus der Ruhe bringen.
„Alle freuen sich auf den Moment, hier zu spielen. Das ist nochmal ein anderes Level, als wir in Tel Aviv erlebt haben“, betont der 23-Jährige vor dem K.o.-Duell an diesem Samstag (14.15 Uhr/kostenlos bei www.telekomsport.de). Dabei soll der erste Einzug in ein EM-Viertelfinale seit den Glanzzeiten von Dirk Nowitzki her. „Wir sind bereit“, sagt Schröder.
Auch von den diplomatischen Spannungen zwischen Deutschland und dem EM-Ausrichter will sich das Team nicht ablenken lassen. „Ich habe Verständnis dafür, dass der ein oder andere Fan nicht kommt“, sagte Ingo Weiss, Präsident des Deutschen Basketball Bunds (DBB), über mögliche Sicherheitsbedenken: „Aber ich kann eigentlich immer nur sagen: Alle Fans kommt, ihr seid hier sicher, ihr habt hier keine Probleme.“
In der erfolgreichen Vorrunde in Tel Aviv hatten nach Verbandsangaben rund 70 Anhänger das deutsche Team begleitet, in Istanbul werden es voraussichtlich eine Handvoll sein. Im Streit um die Inhaftierung von immer mehr Deutschen in der Türkei hat das Auswärtige Amt seine Hinweise für Reisen in die Türkei verschärft, aber weiter keine formelle Reisewarnung ausgesprochen .„Wir freuen uns natürlich über alle Supporter, die nach Istanbul kommen“, sagte Schröder, dessen Familie zur Finalrunde einflog.
In der K.o.-Runde wartet auf die DBB-Auswahl ein ganz schwerer Weg. Bei einem Sieg über Frankreich, EM-Dritter von 2015, gäbe es wahrscheinlich das Viertelfinalduell mit Titelverteidiger Spanien. „Wir können jeden schlagen“, betonte Kapitän Robin Benzing selbstbewusst.
Die Franzosen gewannen bei den drei vergangenen Kontinentalturnieren immer eine Medaille. Doch wie Nowitzki 2015 bei Deutschland erklärte der langjährige Anführer Tony Parker nach Olympia vor einem Jahr seinen Rücktritt aus dem Nationalteam. Bei dieser EM konnte die Équipe Tricolore mit mäßigen Auftritten noch nicht ihre Favoritenstellung untermauern. Zuletzt setzte sich das Team um Euroleague-Star Nando de Colo aber bei der EM-Generalprobe in Berlin mit 85:79 gegen Deutschland durch.
