Bamberg/Oldenburg - Angst vor großen Aufgaben kennt Andrea Trinchieri nicht. „Wenn du in der Hölle bist, dann bleib nicht stehen. Lauf! Lauf!“, sagt der Trainer der Baskets Bamberg in seiner typischen, bildhaften Sprache. „Immer dran bleiben, niemals nachlassen“, lautet die Devise des Italieners. Gerade in diesem Jahr ist das besonders wichtig, die Rolle seiner Mannschaft hat sich vor dem Start in die 50. Saison der Basketball-Bundesliga verändert.

Gleich im ersten Anlauf holte Trinchieri mit den Bambergern den Titel. Nach nur einer Spielzeit als Jäger ist der frühere Serienmeister wieder der Gejagte. Im entscheidenden fünften Finalspiel hatte sich Bamberg im Frühsommer knapp gegen den Titelverteidiger Bayern München durchgesetzt. Vor der neuen Saison spricht vieles dafür, dass die beiden Schwergewichte erneut den Titelkampf unter sich ausmachen.

Bei einer Umfrage unter den Trainern der 18 Bundesligisten wurden die beiden Spitzenteams jeweils 14 Mal als Meistertipp genannt. Dem dritten großen „B“, Alba Berlin, werden nach dem personellen Aderlass in der Sommerpause nur Außenseiterchancen eingeräumt.

Dass Bamberg und München finanziell eine Liga für sich sind, lässt sich an den Kadern der beiden Teams ablesen. Die Franken konnten ihr Meisterteam mit Ausnahme von Star-Center Trevor Mbakwe zusammenhalten und mit Spitzenspielern wie Nicolo Melli oder Nikos Sisis sogar noch verstärken. Wie viel Potenzial in der Mannschaft steckt, wurde im ersten Pflichtspiel deutlich. Im Champions Cup ließ der Meister dem Pokalsieger EWE Baskets Oldenburg nicht den Hauch einer Chance.

Auch die Bayern verpflichteten in Maxi Kleber, Alex Renfroe oder K.C. Rivers namhafte Spieler und formulieren ihre Ambitionen so forsch wie nie: „Das Double ist unser Ziel“, sagte Nihad Djedovic vor dem Auftaktspiel gegen Oldenburg an diesem Freitag (20.15 Uhr/Sport 1).

Während die Oldenburger die Playoffs anvisieren, wären die Eisbären Bremerhaven schon froh, wenn sie sich diesmal vom Abstiegskampf fernhalten könnten. Nach einem enttäuschenden 15. Platz in der Vorsaison krempelten die Eisbären mal wieder gehörig den Kader um. Allerdings fallen die Zugänge Adam Ariel und Philip Zwiener langfristig aus. Star der Mannschaft ist der US-Amerikaner Tyrus Thomas, der mehr als 400 Einsätze in der NBA auf dem Konto hat.

Zum Auftakt empfangen die Bremerhavener an diesem Freitag (20.15 Uhr/Stadthalle) die Frankfurt Skyliners.

Zurück im Basketball-Oberhaus sind die Aufsteiger Würzburg und Gießen.