Gießen/Oldenburg - Mladen Drijencic blickte verwundert drein, der Trainer der EWE Baskets durchlebte den Alptraum eines jeden Basketball-Lehrers. Magere vier Pünktchen erzielte sein Team vor 3412 Zuschauern im ersten Viertel bei den Gießen 46ers. Demgegenüber standen mehr als doppelt so viele Ballverluste in den ersten zehn Minuten: Satte neunmal mussten sich die Oldenburger schneller als gewollt wieder in Richtung Defensive orientieren. Diese verschlafene Anfangsphase (4:17) war es dann auch, die den Grundstein für die 61:78 (24:32)-Niederlage in Gießen legen sollte.

Besonders bitter sind diese ersten zehn Minuten, weil die Oldenburger nun im Kampf um die Playoff-Teilnahme der Bundesliga hinter Gießen rutschten. Die Gastgeber schoben sich dank des gewonnenen Direktvergleichs (das Hinspiel endete 84:82 für die 46ers) auf Platz sieben vor und verdrängten die Baskets auf den achten.

„Wir sind nicht so ins Spiel gestartet, wie wir wollten. Danach mussten wir uns zurückkämpfen, doch das erste Viertel hat uns heute die Punkte gekostet“, sagte Baskets-Kapitän Rickey Paulding, der mit 17 Punkten der beste Werfer war. Für Gießen kam Andreas Obst auf 14 Zähler.

Drijencic bastelte für das Spiel etwas an seinem Kader: Statt Vladimir Mihailovic stand Frantz Massenat wieder im Aufgebot und durfte nebst Paulding, Chris Kramer, Philipp Schwethelm und Brian Qvale von Beginn an ran. Die Anweisungen des Aufbauspielers liefen jedoch ins Leere, er und seine Teamkollegen erwischten einen Kaltstart.

Erst als Paulding in der 13. Minute den ersten Dreipunktewurf der Baskets verwandelte (8:19), schien der Knoten geplatzt zu sein – Punkt für Punkt holten sie nun auf. Schwethelm verkürzte mit einem versenkten Distanzwurf auf 24:29 (19. Minute).

In der Folge fanden die Gastgeber ihren Rhythmus schnell wieder, so dass das Drijencic-Team den Rückstand zur Pause nur schwerlich verkürzen konnte (24:32).

Die zweite Halbzeit bot ein ähnliches Bild wie das zweite Viertel. Immer wenn die Gäste sich heranpirschten, fand Gießen mit gewieftem Teamspiel die richtigen Antworten. Ein 9:0-Lauf Mitte des dritten Viertels unterstrich die Vorteile Gießens, das die Baskets-Defense immer wieder vor Probleme stellte. Aufseiten der 46ers fielen die 22 Ballverluste letztlich nicht so stark ins Gewicht. Dampfmacher Kramer und Co. konnten aus den Fehlern kein Kapital schlagen.

Das nächste Spiel im Kampf um die Playoff-Teilnahme bestreiten die Baskets an diesem Samstag (20.30 Uhr, große Arena) gegen den Viertplatzierten BBC Bayreuth.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)