Herr Paulding, Sie spielen seit 2007 bei den EWE Baskets. Welches war seitdem der schönste Moment?

Rickey Paulding (31)Das war der Gewinn der Meisterschaft im Juni 2009. Es war eine phantastische Saison, die wir mit dem Titelgewinn gekrönt haben.

Am Freitag beginnt für die Oldenburger mit dem Spiel in Ulm die neue Saison, für Sie ist es bereits die achte. Ist so etwas wie 2009 auch in dieser Spielzeit möglich?

PauldingDas ist sehr schwierig vorherzusagen. Wir haben eine gute Mannschaft und sind sehr gut vorbereitet. Aber eine genaue Platzierung kann ich nicht voraussagen. Wir wollen in die Playoffs. Und dann ist alles möglich.

Sie treten Teamkollegen, Fans und Schiedsrichtern gegenüber stets sehr höflich und zurückhaltend auf. Was bringt Sie eigentlich mal so richtig aus der Fassung?

PauldingDas passiert kaum einmal. Wenn es auf dem Feld so gar nicht läuft, kann ich zwar sehr ärgerlich werden. Aber ich weiß, dass mich das dann in meiner Konzentration stört. Nur wenn ich sehr ruhig und fokussiert auf mein Ziel bleibe, kann ich es erreichen. Deshalb bin ich kein Typ, der sehr laut oder impulsiv wird.

Sie sind der dienstälteste Spieler bei den Baskets und auch seit Jahren Kapitän. Wie sieht Ihre Zusammenarbeit mit dem Trainer aus?

PauldingBei Sebastian Machowski merkt man, dass er früher selbst Profi war. Er weiß genau, wie sich Spieler in bestimmten Situationen fühlen und wie er dann ansetzen muss. Da ich schon lange dabei bin, fragt er mich selbstverständlich nach meiner Meinung. Aber das tut er nicht nur bei mir. Auch mit den anderen erfahrenen Spielern wie Adam Chubb oder Julius Jenkins tauscht er sich natürlich aus. Aber letztlich ist der Trainer derjenige, der eine Entscheidung treffen und sie dann auch verantworten muss.

Am Anfang Ihrer Profikarriere träumten Sie davon, in der NBA zu spielen. Daraus wurde nichts. Ärgert Sie das im Nachhinein?

PauldingNatürlich hatte ich zu Beginn dieses große Ziel. Es hat dann nicht geklappt und ich bin über Stationen in Israel und Frankreich nach Oldenburg gekommen. Nein, ich bereue nichts. Ich habe hier eine tolle Mannschaft und ein tolles Umfeld. Mir ist es sehr wichtig, viel Zeit mit meiner Frau und unseren drei Kindern zu verbringen. Die NBA wäre natürlich reizvoll gewesen und ich hatte wohl das Talent, dort zu spielen. Ich weiß aber auch, dass ein geregeltes Familienleben für einen Profi in der NBA kaum möglich ist. Dafür ist der Aufwand, vor allem durch die Reisen, zu hoch.

Dafür kennen Sie als langjähriger Bundesliga-Profi durch die vielen Busfahrten inzwischen wohl jede deutsche Autobahn...

PauldingJa, das kann sein. Als ich aus Frankreich nach Deutschland kam, musste ich mich daran gewöhnen. In Frankreich sind wir mehr geflogen. Aber das ist inzwischen bei den Baskets ja auch der Fall. Nach Ulm werden wir jedenfalls nicht mit dem Bus fahren. Das ist zu weit.

Sie haben Ihren Vertrag jüngst bis 2016 verlängert. Wissen Sie schon, was danach und auch nach Ende der Karriere kommt?

PauldingNein. Vielleicht ergibt sich eine Möglichkeit, etwas bei den Baskets zu machen. Vielleicht werde ich auch Trainer. Ich weiß es aber noch nicht. Jetzt geht es erst einmal darum, gut in die neue Saison zu starten.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)