KöLN - Die Nord-Auswahl revanchierte sich für die Niederlage 2005. Nach dreimaliger Verlängerung siegte sie 157:154.
Von Birte Meyenberg
KÖLN - Spannung pur, eine tolle Vorstellung für die Zuschauer und Stars zum Anfassen – das Allstar-Spiel der Basketball-Bundesliga am Sonnabend hat mehr als 15 000 Fans in der Köln-Arena begeistert. „Wir haben diesmal eine großartige Veranstaltung gesehen, mit Spannung und Kampf, wie es sonst in einem Show-Spiel nicht üblich ist“, freute sich auch BBL-Geschäftsführer Jan Pommer.In der Tat boten die besten Basketballer ein Spiel der Extraklasse. Nachdem ein drohender Streik der Spielergewerkschaft durch eine gerichtliche Verfügung verhindert werden konnte, drehten die Profis auf. Dreimal musste die Begegnung der Nord-Stars gegen die Süd-Auswahl verlängert werden, bis der Sieger gefunden war: 157:154 lautete der Spielstand nach 55 Minuten – dem Norden war die Revanche für die Vorjahresniederlage gelungen.
„Es war eine große Ehre für mich, hier aufzulaufen“, sagte Oldenburgs Flügelspieler LaVell Blanchard, der den in den USA weilenden Tyron McCoy ersetzte. Im Dunking-Wettbewerb war der 24-Jährige schon nach der Vorrunde ausgeschieden. Dafür zeigte er im folgenden Nord-Süd-Duell einige Kabinettstückchen. So schnappte sich Blanchard in der 26. Minute einen Ball, den Bonns Wisniewski ans Brett geworfen hatte, und stopfte ihn unter großem Jubel der Zuschauer in den Korb. 15 Punkte steuerte der Amerikaner in 25 Minuten zum Sieg bei.
Die beiden Bremerhavener Darren Fenn und Nick Jacobson erlebten den Tag auf unterschiedliche Weise. Während der Nordauswahl-Trainer Henrik Rödl (Alba Berlin) Jacobson nur sechs Minuten Spielzeit gab, avancierte der Eisbären-Center Fenn zu einem der besten Rebounder des Spiels (7). Die Fans in der Halle und zu Hause vor dem Fernseher waren sich aber einig: Am Sonnabend gab es keinen besseren als Brian Brown. Der Trierer wurde vor Kölns Nationalspieler Ademola Okulaja zum wertvollsten Spieler gewählt.
Gut meinten die Fans es auch mit Mico Ilic. Der für die TSG Westerstede in der 2. Regionalliga spielende Slowene nahm am offenen Dunking-Wettbewerb teil und stellte die Profi-Konkurrenz ebenso in den Schatten wie die anderen Amateure. Der 21-Jährige sprang über zwei Tische und alle Maskottchen der 16 Bundesliga-Vereine und versenkte den Ball sicher im Korb. Zwar lag er im Stechen gleich auf mit Amateur Fabian Greiser, doch die Zuschauer wählten Ilic durch ihren Applaus auf den ersten Platz. „Eigentlich wollte ich über ein Auto springen. Aber wir haben keins in die Halle bekommen“, schmunzelte er.
