Oldenburg - Noch eine Trainingseinheit am Vormittag, ein gemeinsames Mittagessen im EWE-Baskets-Center – dann ging es für die gestärkten Oldenburger Basketballer am frühen Montagnachmittag mit dem Bus erst einmal in Richtung Belgien. Die kleine Stärkung wird der Bundesliga-Vierte im dritten Spiel der zweiten Gruppenphase der Euro-Challenge bei Okapi Aalstar sicher gebrauchen können. „Mit Aalst haben wir in der Vorbereitung auf diese Partie den vermeintlich stärksten Gegner in dieser Euro-Challenge-Saison gesehen“, sagt Baskets-Trainer Sebastian Machowski vor dem Treffen an diesem Dienstagabend (20.30 Uhr).
Aalst, ein Ort auf halber Strecke zwischen Gent und Brüssel gelegen, hatte zuletzt sein Auswärtsspiel in Minsk (91:87) erfolgreich bestritten, nachdem sich das Team von Trainer Brad Dean (ehemals Ulm und Hagen) am ersten Spieltag in eigener Halle nur knapp mit 60:65 den Baskets Bonn geschlagen geben musste. „Die Belgier sind sehr heimstark. Die Halle in Aalst kann für jeden Gegner eine unangenehme Atmosphäre entwickeln“, stellt sich Machowski auf ein packendes Europapokalspiel ein.
Allzu spannend soll es aber nicht unbedingt werden. „Wir wollen den Gegner in den Halbfeldangriff zwingen. Wenn uns das gelingt, nehmen wir Aalst viel an Gefährlichkeit“, überlegt der Baskets-Chefcoach. Die Belgier spielen einen sehr effektiven Tempobasketball, nutzen jede Gelegenheit, ins Laufen zu kommen und scheuen auch nicht davor zurück, ihre Angriffe mit schnellen Würfen abzuschließen.
„Darauf müssen wir uns einstellen“, sagt Machowski, der an diesem Dienstag in Belgien auf einen alten Bekannten trifft. Der Mann heißt Chris Young, wurde dreimal zum besten Ausländer in der belgischen Liga gewählt und spielte in der Saison 2004/2005 zusammen mit Machowski beim polnischen Erstligisten KS Turow. „Das ist ein Hüne von einem Mann“, spricht Machowski (41) mit großem Respekt von dem gebürtigen US-Amerikaner.
Der 33-jährige Young (9,7 Punkte und 7,4 Rebounds pro Euro-Challenge-Spiel) zählt zusammen mit den beiden Top-Scorern Derek Raivio (ehemals Köln und Trier/16,1 Punkte) und Jason Clark (15,2 Punkte) zu den entscheidenden Spielern beim belgischen Ligadritten. Überhaupt geht Aalstar gerne auf Punktejagd – 84,3 Zähler pro Europapokalspiel sind eine beachtliche Marke.
Doch auch die Oldenburger können in dieser Saison im internationalen Wettbewerb etwas vorzeigen: In acht Spielen gingen sie achtmal als Sieger vom Feld. Und der Hunger ist längst noch nicht gestillt: Mit dem neunten Sieg an diesem Dienstagabend in Belgien würde das Machowski-Team einen Riesenschritt in Richtung Viertelfinale unternehmen.
