MüNCHEN - Titel, Tore und Triumphe – Miroslav Klose will nach seinem Wechsel von Werder zum FC Bayern im Trikot von Jürgen Klinsmann wieder Tore am Fließband schießen und endlich Trophäen erobern. „Die Erwartungshaltung bei Bayern ist hoch, aber auch bei mir ist sie hoch. Ich will hier Titel sammeln“, sagte der Nationalspieler, mit dessen Verpflichtung der deutsche Rekordmeister pünktlich zum Trainingsstart am Freitag die teuerste Einkaufstour der Clubgeschichte komplettiert hatte.

„Klose war das i-Tüpfelchen bei den Verpflichtungen“, frohlockte Trainer Ottmar Hitzfeld, der aus den für fast 70 Millionen Euro zusammengekauften Einzelkönnern ein Siegerteam formen soll. In Abwesenheit der neuen Topstars Luca Toni und Franck Ribery, die erst nächste Woche die Arbeit aufnehmen, richteten sich die Blicke der 2500 Fans am Freitag in erster Linie auf Klose. Ein Medienaufgebot, das Championsliga-Dimensionen übertraf, konfrontierte den WM-Torschützenkönig gleich mit dem Druck in München, der gerade auch auf seinen Schultern lasten wird.

„Sehr angenehm“ sei der erste Eindruck gewesen, bemerkte Klose, der im Paradesturm mit Weltmeister Toni den Gegnern in Bundesliga und Uefa-Cup kräftig einheizen möchte. „Wenn wir gesund bleiben und fit sind, wird es nicht viele geben, die uns aufhalten können“, tönte Klose schon in bester Bayern-Manier. Das Selbstbewusstsein dokumentierte er auch mit der Wahl der Trikotnummer. Mit der „18“ – mit welcher Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Bayern 1996 in seinem ersten Jahr mit 15 Treffern zum Uefa-Cup-Gewinn und mit 16 Toren zur Vizemeisterschaft ballerte – will er sein Glück an der Isar finden.

Angesprochen auf das Bayern-Gastspiel in Bremen am zweiten Bundesliga-Spieltag, erklärte Klose forsch: „Je früher es gegen Bremen geht, umso besser. Da sind die Emotionen noch da.“

Das neue Traumteam der Bayern steht derweil vorerst nur auf dem Papier. Beim Auftakt waren in Klose, Hamit Altintop (Schalke) und dem Argentinier José Ernesto Sosa (Estudiantes de la Plata) lediglich drei der acht Neuzugänge dabei. Der erkrankte Nationalspieler Marcell Jansen (M‘gladbach) konnte wie der Ex-Aachener Jan Schlaudraff (Rücken-OP) nur für die Fotografen posieren.

In die Vorbereitung startet Hitzfeld „mit einem Lazarett“, das von Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger angeführt wird. Podolski (Knie-Operation) kann frühestens in vier Wochen ins Training einsteigen, Schweinsteiger konnte nach seiner Knie-Entzündung auch nur beim Basketball-Spiel zum Aufwärmen mit den Kollegen üben. Kein Zurück gibt es dennoch für Roque Santa Cruz. Trotz seiner drei Tore beim 5:0-Erfolg Paraguays gegen Kolumbien bei der Copa America steht der Stürmer in München weiter zum Verkauf.

Bereits am Nachmittag starteten die Bayern zu einem lukrativen Kurztrip nach Hongkong. Dort bestreiten Klose & Co. am Sonntag (8.30 Uhr/DSF) für eine Gage von 1,5 Millionen Euro ein Spiel gegen den FC Sao Paulo.