Berlin - Eigentlich war die 70. Auflage des Klassikers zwischen den Basketball-Bundesligisten Alba Berlin und den Baskets Bonn längst entschieden. Die Berliner führten am Sonnabendabend gegen Ende des dritten Viertels mit 18 Punkten, als der bis dato überragende Kresimir Loncar die Nerven verlor. Der Center versetzte im Umdrehen dem Bonner Sean Marshall einen Schlag und löste damit eine Rangelei aus, an deren Ende sieben Spieler von den Schiedsrichtern disqualifiziert wurden. Dass Alba am Ende mit 94:73 gewann, interessierte beinahe niemanden mehr.

Wie Loncar, der mit 25 Punkten sportlich glänzte, musste auch Marshall das Parkett verlassen, weil er zurückgeschlagen hatte. Da er daraufhin vom Berliner Will Cherry zu Boden geschubst wurde, wurde Cherry ebenfalls disqualifiziert. In der folgenden Rangelei liefen gleich mehrere Bonner Spieler auf das Feld, um die Situation zu schlichten. Auch die beiden Coaches Sasa Obradovic und Silvano Poropat versuchten, eine weitere Eskalation zu verhindern. Die Folge: In Eugene Lawrence, Tadas Klimavicius, Rotnei Clarke und Florian Koch wurden vier weitere Bonner Profis disqualifiziert, weil sie unerlaubter Weise das Spielfeld betreten hatten. Dies ist den Regeln nach verboten. In den kommenden Tagen wird sich die Spielleitung der Basketball-Bundesliga mit den Vorfällen beschäftigen. Vor allem Loncar, Cherry und Marshall drohen Sperren.

Loncar versuchte sich nach der Partie zu verteidigen. „Ich bin sicher nicht der heiligste Spieler der Welt. Aber heute gab es viele schmutzige Sachen, die die Schiedsrichter nicht sehen und die man auch im Fernsehen nicht sieht“, sagte der Kroate. Berlins Trainer Obradovic ging sogar noch weiter. Der Serbe sah eine generelle Benachteiligung seines Teams und eine zu harte Gangart der Gegner. „Ich beschwere mich sonst nie, aber Alba wird zurzeit nicht korrekt behandelt“, sagte Obradovic.

Im Abstiegskampf haben die Eisbären Bremerhaven einen Rückschlag erlitten. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Machowski verlor beim BBC Bayreuth mit 89:99. Die Bremerhavener, bei denen Kyle Fogg 35 Punkte erzielte, belegen damit fünf Spiele vor Saisonende weiterhin einen Abstiegsplatz.