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NWZonline.de Sport Basketball NBA

Dallas feiert Abschied – auf Verdacht

09.04.2019

Dallas Auf der Plaza sind drei große Buchstaben aufgebaut. Ein D, ein R und ein K stehen in Blau vor dem American Airlines Center, fast zwei Meter hoch, die Fans der Dallas Mavericks können sich dazwischen stellen, das I bilden und dann ein Erinnerungsfoto schießen lassen. Dirk Nowitzki ist rund um die Halle allgegenwärtig, auch das Thema Abschied, denn es steht das vielleicht letzte Spiel einer ganz großen Karriere an.

Unter dem Hashtag #ALL41, angelehnt an Nowitzkis Rückennummer und zu übersetzen mit „Alle für Einen“, wird fleißig über den Würzburger getwittert. Anekdoten werden gepostet, er wird gewürdigt, dabei ist kurz vor dem Saisonausklang weiterhin offen, ob Nowitzki geht oder bleibt. Es deutet zwar einiges darauf hin, dass das Basketballidol nach 21 Jahren im Club mit 40 einen Schlussstrich zieht. Sicher ist es nicht, inzwischen aber wenigstens, dass er nicht sofort für klare Verhältnisse sorgen wird.

Immer, wenn es um seine Zukunft ging, hat sich Nowitzki Zeit zum Nachdenken genommen. Es gab Gespräche mit Ehefrau Jessica, mit Mentor Holger Geschwindner, mit den Mavericks, erst danach hob Nowitzki den Daumen. Und diesmal läuft es genauso. „Ich fahre mit Jessica und den Kids an einen Strand irgendwo in die Karibik, schaue mal, wie sich der Körper erholt und sich alles entwickelt. Dann entscheide ich, wie’s weitergeht“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Es wird wohl erst in einigen Wochen Klarheit herrschen. „Ich kann natürlich nicht allzu lange warten, die Entscheidung monatelang hinauszögern und dann plötzlich sagen, ich spiele noch eine Saison“, so Nowitzki.

An diesem Dienstag macht Nowitzki sein vorerst letztes oder allerletztes Heimspiel in Dallas, am Mittwoch läuft er in San Antonio auf. Am Donnerstag gibt der NBA-Champion von 2011 im gerade neu eröffneten Deutschen Haus seines Sponsors ING eine Pressekonferenz, doch zum Rücktritt vor laufenden Kameras kommt es nicht – genau wie zum Ende seiner Laufbahn in der Nationalmannschaft. Damals steckte er es der Presse.

Nowitzki lässt sich ungern von außen steuern. Aber die Ausnahmeerscheinung wird seit Monaten abgefeiert, von gegnerischen Fans, von langjährigen Konkurrenten, von Weggefährten. Es ist fast so, als würde ihm der Weg zur Ausgangstüre gewiesen, als würde er dorthin geschoben, getreu dem Motto: Dirk, lass es gut sein. Dabei hat er nie gesagt, dass er aufhören will.

Sollte er aufhören, wäre es so, „als würde man die Kinder aufs College schicken“, sagte Clubboss Mark Cuban. „Es wird in vielerlei Hinsicht eine Art Schock.“ Die Mavericks würdigen Nowitzki ausgiebig, so wie das County. Die Bezirksverwaltung hat zuletzt offiziell den „Month of Dirk“ (Dirks Monat) ausgerufen, als Ehrerbietung vor dem Rücktritt im April. Daraus wird wohl nichts.

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