Oklahoma City - Dirk Nowitzki starrte ungläubig zum Videowürfel unter der Decke, nach bangen Momenten wurde der Superstar erlöst. Kein Korb signalisierte der Schiedsrichter nach Studium der TV-Aufnahmen, der letzte Wurf der Oklahoma City Thunder kam eindeutig zu spät, der 85:84-Überraschungscoup der Dallas Mavericks war perfekt.

Das Ergebnis sorgte für Erleichterung. Viel hatte nicht gefehlt, und Dallas hätte zwei Tage nach dem schwachen Start in die Playoffs der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA die nächste Enttäuschung erlebt. Zunächst gab der Referee den Korb von OKC-Center Steven Adams, überprüfte die Szene aber per Videobeweis und revidierte die Entscheidung. Statt 86:85 für Oklahoma hieß es 85:84 für Dallas – es steht 1:1.

Nowitzki war stolz auf sein Team. Nach der 70:108-Blamage beim Auftakt hätten wenige erwartet, dass die Mavericks ein Spiel in Oklahoma City stehlen und die Serie ausgleichen könnten. „Wir haben gezeigt, dass wir bereit sind zu kämpfen“, sagte der Würzburger: „Bei uns spielen Routiniers, die ihren Stolz haben.“

Auf dem Papier ist alles wieder offen, durch den Auswärtssieg ist Dallas vor den beiden Heimspielen sogar leicht im Vorteil. Dass der Sieg nur gelang, weil beim Gegner die Superstars Kevin Durant und Russell Westbrook lausig trafen, weiß Nowitzki (37) natürlich und stellt sich auf viel Arbeit in Spiel drei ein: „Sie werden am Donnerstag aus allen Zylindern feuern. Darauf müssen wir vorbereitet sein.“

Für Dallas war es im sechsten Anlauf der erste Sieg gegen die Thunder in dieser Saison. Dadurch hat sich für Nowitzki grundsätzlich nichts geändert: „Sie bleiben bei ihrer Qualität der große Favorit. Aber wir haben sie wissen lassen, dass es kein leichter Durchmarsch wird. Unsere Halle wird brennen.“

Der Würzburger traf 7 von 19 Würfen und kam auf 17 Punkte. Nicht gerade überragend, aber besser als das, was die Schlüsselspieler von OKC anboten. Westbrook warf 14 Fahrkarten, Durant sogar 26. So viele Fehlwürfe waren in einem Spiel der Meisterrunde zuletzt dem großen Michael Jordan 1997 unterlaufen. Hätten die beiden Allstars einigermaßen Normalform gezeigt, wäre für Dallas wieder nichts zu holen gewesen.