Salt Lake City - Das letzte Viertel in der Basketball-Arena von Salt Lake City läuft seit 14 Sekunden, als Dirk Nowitzki zum historischen Sprungwurf ansetzt. Tausende dieser „Jump-Shots“ hat der Deutsche in seiner Karriere verwandelt – der Treffer bei den Utah Jazz wird dem Superstar der Dallas Mave­ricks ewig in Erinnerung bleiben. Mit 26 714 Punkten gehört Nowitzki ab jetzt zum Kreis der zehn erfolgreichsten Schützen in der ruhmreichen Geschichte der NBA.

„Es ist absolut surreal“, sagte der 35-Jährige über seine Gefühlslage, nachdem er Oscar Robertson in der Bestenliste der nordamerikanischen Profiliga überholt hatte: „Zu wissen, nur neun Spieler in der Geschichte dieser Liga haben besser getroffen als ich – das ist schon verrückt, gerade wenn man bedenkt, wo ich herkomme: Aus einem kleinen Kaff bei Würzburg in Deutschland.“

Aus dem schmächtigen Franken, der vor 16 Jahren sein NBA-Debüt unter dem Spitznamen „German Wunderkind“ gefeiert hatte, ist längst eine lebende NBA-Legende geworden. „Big D“ steht seit mehr als einem Jahrzehnt für konstantes Weltklasse-Niveau – auch in dieser Saison fehlen Nowitzki und seinen Mavs nur noch zwei Siege, um sicher für die Playoffs qualifiziert zu sein.

Nach dem 95:83 gegen Utah – Nowitzki steuerte als bester Werfer 21 Punkte bei – liegt Dallas auf Platz sieben im Westen. Der Erfolg rückte allerdings angesichts seines historischen Treffers in den Hintergrund.

Gleich zweimal richtete Nowitzki nach seinem Sprungwurf im letzten Viertel den Blick in Richtung Videowürfel, als müsse er sich vergewissern, dass er es tatsächlich geschafft hatte. „Ich wusste, wie viele Punkte ich benötigte, aber ich habe versucht, nicht daran zu denken“, gab Nowitzki später zu.

Ganz anders sein Trainer Rick Carlisle: Der Mavs-Coach platzte an der Seitenlinie förmlich vor Stolz. „Ich bin jetzt seit 30 Jahren in der NBA – und dieser Moment ist einer der ganz wenigen, in denen ich wirklich Ehrfurcht vor einer Leistung verspüre“, sagte Carlisle.

Für Nowitzki soll Platz zehn noch längst nicht das Ende seiner Erfolgsgeschichte bedeuten. „Ich hoffe, ich habe noch ein paar gute Jahre in mir. Mal sehen, wo ich dann stehe“, sagte er.