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NWZonline.de Sport Basketball

„Uns macht kein Team Angst“

06.09.2018
Frage: Herr Rödl, an diesem Donnerstag verlässt die deutsche Basketball-Nationalmannschaft den Nordwesten und reist weiter nach Hamburg zum Supercup. Wie fällt ihr Fazit des einwöchigen Trainingslagers in Vechta aus?
Henrik Rödl (49): Es war toll. Wir haben im Rasta-Dome sehr gute Trainingsbedingungen vorgefunden, die Menschen waren unheimlich freundlich zu uns. Auch unser Hotel in Dinklage war klasse. Alles in allem hätte es nicht besser sein können.
Frage: Die Jugendteams von Rasta durften bei einem Training zuschauen und sich Autogramme und Selfies von den Nationalspielern abholen. Darüber hinaus fanden aber keine öffentlichen Aktionen in Vechta statt. Warum nicht? Der Basketball in Deutschland wünscht sich doch mehr Aufmerksamkeit.
Rödl: Seit meinem Amtsantritt vor einem Jahr ist es nun für mich die erste Möglichkeit, die Mannschaft einmal über einen längeren Zeitraum zusammen zu haben. Vorher haben wir uns immer nur kurz vor den WM-Qualifikationsspielen getroffen, da blieb nur wenig Zeit für eine effektive Trainingsarbeit. Es war aber keineswegs so, dass wir uns hier in Vechta versteckt haben. Jetzt sind wir am Wochenende beim Supercup in Hamburg, am 16. September spielen wir in Leipzig gegen Israel – es gibt also einige Gelegenheiten, die deutsche Basketball-Nationalmannschaft live zu erleben.
Frage: Viele Clubs sind verärgert darüber, dass sie ihre Nationalspieler mitten in der Saisonvorbereitung für mehrere Wochen abstellen müssen. Können Sie das nachvollziehen?
Rödl: Ich habe dafür Verständnis, schließlich habe ich ja auch schon als Club-Trainer in der Bundesliga gearbeitet. Allerdings muss man betonen, dass es dieses Länderspiel-Fenster im Sommer in der Vergangenheit auch schon gab, wenn Großveranstaltungen wie WM, EM oder Olympia anstanden. Die Situation ist also nicht neu und hat nichts mit der Reform des Länderspiel-Kalenders zu tun.
Frage: Ende November und Anfang Dezember spielt die Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen Griechenland und Estland. Meister Bayern München spielt zu dieser Zeit in der Euroleague, die mit ihrem Spielplan keine Rücksicht auf den des Weltverbandes nimmt. Bayern-Manager Marko Pesic hat angekündigt, für diese Partien keine Spieler an die Nationalmannschaft abzustellen. Haben Sie noch Hoffnung, dass sich an dieser vertrackten Situation in absehbarer Zeit noch etwas ändert?
Rödl: Es ist für beide Seiten, Clubs und Nationalmannschaften, ein einziges Dilemma. Wir bräuchten einen einheitlichen europäischen Spielkalender, wie Marko Pesic es ja auch kürzlich gefordert hat. Nach der WM im nächsten Jahr geht es ab November mit der Qualifikation für die EM 2021 weiter. Da sind erneut vier Länderspiel-Fenster vorgesehen. Es wäre im Sinne des Basketballs, wenn die Verantwortlichen beider Seiten bis dahin eine Lösung finden.
Frage: Zurück zum Sportlichen: Seitdem Sie Bundestrainer sind, ist die Nationalmannschaft ungeschlagen. Die erste Phase der WM-Qualifikation verlief mit sechs Siegen in sechs Spielen blendend. Sind Sie selbst davon überrascht, dass es unter Ihnen so gut läuft?
Rödl: Nun, dass die Mannschaft über eine gewisse Qualität verfügt, war mir natürlich klar. Dass wir den Vizeweltmeister Serbien gleich zweimal besiegen, konnte man allerdings sicher nicht erwarten. Wir haben uns eine perfekte Ausgangsbasis für die Hauptrunde der WM-Qualifikation geschaffen. Jetzt wollen wir das auch durchziehen, damit wir nächstes Jahr in China dabei sind.
Frage: Bis vor einigen Jahren sagten Top-Spieler regelmäßig der Nationalmannschaft ab. Nun scheint das DBB-Team bei den Profis einen viel höheren Stellenwert zu genießen. Wie haben Sie das hinbekommen?
Rödl: Es ist das Ergebnis einer positiven Entwicklung in den vergangenen Jahren. Schon mein Vorgänger Chris Fleming hat für eine sehr gute Atmosphäre bei der Nationalmannschaft gesorgt. Hinzu kommt, dass wir eine junge und zugleich qualitativ enorm hochwertige Spieler-Generation haben, die weiß, dass sie gemeinsam etwas gewinnen kann. Diese Aussicht auf Erfolg trägt sicher dazu bei, dass die Spieler noch motivierter sind, zur Nationalmannschaft zu kommen.
Frage: Sie sagen, dieses Team kann etwas gewinnen. Schon bei der WM 2019 in China?
Rödl: Erst einmal wollen wir uns für die WM qualifizieren – und dann ist sehr viel möglich.
Frage: Auch eine Medaille?
Rödl: Fakt ist, dass wir im deutschen Basketball so viel Talent haben wie noch nie. Uns macht keine andere Mannschaft Angst.
Frage: Wird Dennis Schröder im Falle einer erfolgreichen Qualifikation bei der WM dabei sein?
Rödl: Natürlich müssten dann zunächst Gespräche mit den Oklahoma City Thunder (Schröders neuer NBA-Club, Anm. d. Red.) geführt werden. Dennis identifiziert sich aber sehr mit der Nationalmannschaft und war in der Vergangenheit immer dabei, wenn er konnte. Ich glaube, dass ihn nur eine Verletzung an einer WM-Teilnahme hindern könnte.
Christopher Deeken
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2031

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