OLDENBURG - Die EWE Baskets feierten einen gelungenen Vorrundenabschluss. Der Sieg gegen Frankfurt bedeutet Rang drei.

Von Oliver Schulz

OLDENBURG - Im gelobten Basketball-Land USA werden NBA-Spiele immer als große Familien-Unterhaltung gestaltet. Keiner wird ausgeschlossen, alle sollen sich wohlfühlen und Spaß haben: Zuschauer, Sponsoren und Vereinsbosse. Einiges der amerikanischen Profiliga lässt sich auf die Basketball-Bundesliga übertragen, anderes bleibt Anhängern wie Spielern hierzulande fremd.

Dazu zählen auch die vielen BBL-Spiele rund um Weihnachten und den Jahreswechsel. „Wir sind Profis, es ist unser Job, und deshalb machen wir es mit“, sagt Wilbur Johnson, Center der EWE Baskets und zweifacher Familienvater. „Es wäre aber viel schöner gewesen, an den Weihnachtstagen mal mehr mit den Kindern machen zu können.“ So waren die Oldenburger Spieler und Trainer vom Auswärtssieg in Ludwigsburg am frühen „Heiligmorgen“ zurückgekehrt, um sich ab 26. Dezember intensiv der letzten Vorrundenpartie gegen Frankfurt zu widmen. Bekanntlich hat sich die volle Konzentration vor und während des Spiels ausgezahlt. Beim 98:75 (50:34) wurde der Vizemeister wie ein Silvesterkarpfen Gräte für Gräte auseinander genommen.

Der Erfolg hat in diesem Fall nicht nur viele Väter, sondern auch Mütter und Kinder. So werden die EWE Baskets am heutigen Sonnabend samt Anhang und Fans zur Mosel aufbrechen, um erstens dort zu trainieren, zweitens den Jahreswechsel im trauten Kreise zu verbringen und drittens am Neujahrstag (18 Uhr) die Begegnung bei TBB Trier zu absolvieren. „Das ist eine schöne Sache, dass wir da alle zusammen sind“, freut sich Johnson.

Anstoßen – und mal kurz nippen – dürfen die Oldenburger auf eine alles in allem gelungene Vorrunde. „Wir haben das perfekte Spiel noch nicht gefunden“, meint Kristaps Valters, „doch wir entwickeln uns weiter. Ich denke, die Hinserie war ganz okay.“ Diese Empfindung darf der Aufbauspieler auf seine eigene Leistung übertragen. Der lettische Nationalspieler hat sich weiterentwickelt. „Ich komme jetzt viel besser zurecht als im Vorjahr“, so Valters, der durchschnittlich 14 Punkte sowie vier Rebounds und fünf Vorlagen beisteuert.

Zehn Siege in 15 Spielen sowie Platz drei zur Halbserie – die beste Bundesliga-Bilanz der Oldenburger soll Verpflichtung für die Rückrunde sein. „Ich bin überzeugt, dass wir diesmal das Playoff-Halbfinale erreichen“, stellt Valters fest. Zwar konnten die Baskets ihr hohes Spielniveau selten über 20, 25 Minuten hinaus halten, dennoch zeigten sie sich in heiklen Situationen meistens reichlich abgezockt. Dafür sorgten vor allem Carl Brown, Bill Edwards und Teamkapitän Tyron McCoy.

Trainer Don Beck weiß, dass seine Spitzenkönner nichts ohne starke Hintermänner wären. „Die tiefe, ausgeglichene Bank ist sicher maßgeblich für unseren Erfolg.“ Bei den EWE Baskets rückt man zusammen – beim Massentransport nach Trier per Bus ist das wohl nötig.