OLDENBURG - Der lange verletzte Flügelspieler meldete sich in Gießen erfolgreich zurück. Coach Beck weist Krisen-Gerede zurück.
Von Oliver Schulz
OLDENBURG - Die Basketball-Bundesliga spielt die Reise nach Jerusalem – und die EWE Baskets spielen eifrig mit. Zwei Spieltage vor Ende der Normalrunde bemühen sich fünf Teams um vier verbleibende Playoff-Plätze. Mit dem Tabellensechsten Oldenburg streiten Quakenbrück (5.), Trier (7.), Ludwigsburg (8.) und Bonn (9.). Der Erfolg im letzten Heimspiel am Sonnabend (20 Uhr/EWE-Arena) gegen Mitbewerber EnBW Ludwigsburg würde den Baskets den Einzug ins Viertelfinale sichern und die Diskussion um Don Beck erst einmal reduzieren.Dass im Profi-Sport der Misserfolg reflexartig erst mal dem Trainer angelastet wird, darüber ist sich Beck bewusst, seit er in diesem Amt tätig ist. Doch auch dem 52- Jährigen, der seit zwölf Jahren in der Bundesliga arbeitet, wiederfährt Ungeahntes. „Es ist eine neue Situation, wie ich sie in meiner langen Tätigkeit noch nicht erlebt habe. Ich habe in den vergangenen Wochen einiges über den Charakter meiner Mannschaft gelernt, und weiß auch, wie abhängig unser Team von den zwei, drei Schlüsselspielern geworden ist“, gesteht Beck.
Der Baskets-Trainer ist sich darüber im Klaren, dass letztlich nur Erfolge das Umfeld, die Fans und die Sponsoren zufrieden stellen. „Niederlagen verändern alles. Verliert man Spiele, gerät das Selbstvertrauen ins Wanken. Hat man weniger Selbstvertrauen, verliert man das nächste Spiel. Diesen Teufelskreis müssen wir durchbrechen.“
Der aktuelle Kader, den der Coach in den vergangenen beiden Jahren zusammenstellen durfte, konnte die verletzungsbedingten Ausfälle von Bill Edwards und Kristaps Valters nicht auffangen. „Ich muss die Verantwortung für die Situation übernehmen“, sagt Don Beck. Dass der Club in einer Krise stecke, weist der Coach zurück: „Krise ist etwas anderes. Frankfurt und Braunschweig kämpfen gegen den Abstieg. Die haben eine Krise!“
Den Ausweg aus „Was auch immer“ soll den Oldenburgern am Sonnabend Bill Edwards ermöglichen. Der treffsichere Routinier hat seinen Innenbandanriss scheinbar überwunden. Bei der Niederlage in Gießen kam er nach Startschwierigkeiten ins Rollen und erzielte 16 Punkte. „Seine Leistung in der zweiten Halbzeit hat mich sehr optimistisch gemacht“, stellt Beck fest. „Ich bin überzeugt, dass wir gewinnen.“
Wer hätte gedacht, dass das letzte Heimspiel gegen Ludwigsburg für Don Beck zur wichtigsten Saison-Partie werden würde?
