OLDENBURG - Auf ein Neues in Japan: Basketballtrainer Don Beck arbeitet wieder bei Toyota Alvark in Tokio und betreut das Team auch in der neuen Spielzeit der ersten japanischen Liga. Der 58-jährige Amerikaner war im Frühjahr nach Oldenburg zurückgekommen, nachdem die Basketball-Saison in Japan wegen des Erdbebens, des Tsunami und des Reaktorunglücks in Fukushima abgebrochen worden war. Einige Wochen später wurde dann vom nationalen Verband entschieden, dass der Spielbetrieb im Herbst dieses Jahres mit der neuen Saison wieder aufgenommen werden soll. Nun ist auch Beck wieder vor Ort.

„Im Alltagsleben gibt es in Tokio keinen Unterschied zu der Zeit vor den Katastrophen“, berichtet Beck aus der japanischen Hauptstadt. „Ich kann auch nicht feststellen, dass die Leute hier Angst vor irgend etwas haben.“

Im März war Beck in sein Haus in Oldenburg zurückgekehrt, das er seit seiner Zeit als Trainer der EWE Baskets (2002 - 2007) besaß. Vor dem erneuten Umzug nach Japan in diesem Herbst kappte er nun aber diese Verbindung. „Meine Frau und ich haben das Haus verkauft. Wir leben jetzt wieder in Trier – wobei ich natürlich meistens in Tokio bin“, sagt Beck.

In der Stadt an der Mosel hatte Beck von 1994 bis 2002 beim Bundesligisten TBB Trier gearbeitet und in dieser Zeit auch seine Frau kennengelernt, ehe er nach Oldenburg wechselte. „Meine Frau stammt aus der Region um Trier, und da war es logisch, dass sie beziehungsweise wir irgendwann dorthin zurückziehen“, sagt der aus New York stammende Trainer. Aus Trier brachte Beck damals übrigens auch Co-Trainer Ralph Held mit, der in dieser Funktion weiterhin bei den Baskets tätig ist.

In Tokio lobt Beck die hervorragenden Bedingungen: „Unser Trainingszentrum ist phantastisch. Man sieht, dass bei dem Club langfristig etwas entstehen soll.“ Zwar habe er – wie schon im Vorjahr – lediglich einen Vertrag über eine Saison unterschrieben. Mündlich, so Beck, habe man sich aber bereits verständigt, dass der Trainer das Projekt Basketball bei Alvark auch über das Saisonende hinaus begleiten und gestalten soll.

Zu seinem Team zählt wie im vergangenen Jahr sein Landsmann Jeff Gibbs, der in der Bundesliga einst für Ulm und Bremerhaven spielte. Zwar stehen noch weitere Amerikaner im Kader, „spielen darf laut Reglement aber immer nur einer zur Zeit“, erklärt Beck. Ziel dieser Verbandsvorgabe sei, japanischen Spielern zu viel Einsatzzeit zu verhelfen.

In die noch junge Saison ist Beck mit seinem Team gut gestartet, in den ersten vier Spielen gab es vier Siege. Noch immer gewöhnungsbedürftig ist für Beck allerdings der Modus, nach dem in Japan gespielt wird: „Man trifft an einem Wochenende zweimal auf die selbe Mannschaft. Eine Hin- und eine Rückrunde wie in vielen europäischen Ligen gibt es hier nicht.“

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)