OLDENBURG - Die EWE Baskets wollen wieder in ihren Erfolgsrhythmus kommen. Die Duelle mit Bonn waren immer spannend.
von Oliver Schulz
OLDENBURG - Wenn ein Trainer die Basketball-Saison stets als Marathon-Strecke bezeichnet, sind verbale Zwischensprints eigentlich nicht zu erwarten. Denn die kosten nur mühsame Erklärungen und bringen anstrengende Nachfragen. Kurz vor der Zielgeraden der Hauptrunde wird allerdings auch bei den EWE Baskets das Tempo erhöht. So hat Coach Don Beck vor dem Heimspiel gegen die Telekom Baskets Bonn heute (20 Uhr/Weser-Ems-Halle) die Gewissensfrage gestellt. „Diese Partie ist ein großer Charaktertest für meine Spieler. Ich verlange nicht, dass sie gewinnen müssen. Ich verlange nur, dass sie vor unseren Fans 40 Minuten lang engagiert spielen“, sagte der Oldenburger Trainer.Der Gegner verbreitet nicht mehr den Schrecken der Vorjahre. Trotzdem können einige Bonner Spitzenkräfte an guten Tagen Spiele alleine entscheiden. Dazu zählen Regisseur Branko Milisavljevic, Altron Jackson und Aleksandar Nadjfeji. Beim Letztgenannten mag sich der Stamm-
besucher an die Privatfehde mit Elvir Ovcina und die dramatische Oldenburger Niederlage in der Verlängerung aus dem Vorjahr erinnern. Überhaupt waren die Duelle mit den Telekom Baskets nie langweilig. Erinnert sei an die 43 Punkte des Bonners Brad Traina im Dezember 2002 am Haarenesch.
Heute Abend wird allein Kristaps Valters mit seiner Furcht erregenden Maske für Gesprächsstoff sorgen. „Man hat gemerkt, dass er sich nach seinem Nasenbeinbruch erst an dieses Ding gewöhnen musste“, sagte Don Beck. „Trotz der Behinderung hat er aber ganz ordentlich gespielt.“ Der junge Lette teilt sich die erste Aufbauposition immer häufiger mit Tyron McCoy, der gerade seinen dritten Frühling erlebt. Mit Felipe Lopez als weiterer Kraft in der Dreierrotation besteht kaum noch Spielraum für Paul Burke. „Er ist Profi. Er versteht die Situation und wird Kris unterstützen.“
Nach dem misslungenen Fernsehauftritt in Frankfurt hatte sich der Bundestrainer beim Oldenburger Coach gemeldet. „Dirk Bauermann hat mir nach der Niederlage eine SMS geschickt. Er kennt das Gefühl, wenn man vor aller Augen verprügelt wird.“ Auf diesen Trostpreis möchte Don Beck diesmal verzichten.
