OLDENBURG - Im dritten Viertel hätten die Baskets das Spiel fast aus der Hand gegeben. Der Playoff-Gegner steht am Sonntag fest.

Von Oliver Schulz

OLDENBURG - Zum ganzen Glück fehlte Don Beck nur die Brille. Doch auch das, was der Trainer der EWE Baskets auf der Spielstatistik entziffern konnte, nötigte ihm vollen Respekt ab. „Terry Black – 21 Punkte? Von acht Freiwürfen sieben verwandelt? Wow!“, staunte der Oldenburger Coach und wusste, wem der 77:73 (38:31)-Sieg gegen Rhein-Energie Köln gestern Abend zu verdanken war. Und dann formulierte Beck vorsichtig, was ihm zu Jahresbeginn als Verdrängung der Wirklichkeit ausgelegt worden wäre: „Ich glaube, wir sind in den Playoffs.“

Die 3850 Zuschauer in der Weser-Ems-Halle waren sich dessen schon eine Minute zuvor gewiss. Stehend begleiteten sie den Triumphzug ihrer Basketball-Helden, die sie über 40 Minuten von einem Extrem ins nächste gestürzt hatten. Die Führung wechselte beständig, und der Ausgang dieser hochspannenden, sehr intensiven Partie war bis zuletzt unklar.

„Wir haben das Spiel gewonnen, weil wir am Ende intelligent gespielt haben. Das war ja nicht unbedingt unser Markenzeichen“, erinnerte Don Beck an die überflüssige Niederlage in Tübingen. Zudem konnten sich die EWE Baskets drei Viertel lang auf ihre Verteidigung verlassen. Doch auch gegen Köln taten sich Parallelen zum vergangenen Sonnabend auf. Wieder wurde im dritten Abschnitt eine komfortable Führung abgegeben und von den Gästen mit einem Kraftakt (von 39:44 auf 53:46/26.) gewendet. Doch angetrieben von ihren Anhängern ließen sich die Oldenburger nicht abschütteln und ergriffen, angetrieben vom sensationellen Flügelspieler Terry Black, die Chance.

Kölns Trainer Armin Andres erkannte den Sieg der Gastgeber als verdient an und kritisierte seine Leistungsträger, die sich in den letzten Minuten unerklärliche Ballverluste leisteten. „Ich bin enttäuscht von Pesic und Ovcina. Das sind zwei ganz erfahrene Spieler. Die dürfen den Ball nicht so einfach aus der Hand geben.“ Derart begünstigt, zogen die Oldenburger den Schlussspurt an und wendeten den 70:73-Rückstand dank Black, McCoy und Lopez zum 77:73.

Daniel Strauch, der gestern unter seinen Möglichkeiten blieb, war von der Wende im Spiel und in der Rückrunde nicht sonderlich überrascht. „Ich habe mit dem Playoff-Einzug gerechnet. Wir sind ein solch starkes Team, wir mussten das einfach schaffen“, offenbarte der Baskets-Flügelspieler. „Einen großen Verdienst an unserer Entwicklung haben aber auch unsere Fans. Auf sie war immer Verlass. Sie haben die lange Zeit ohne Heimspiel ertragen und sind dann alle gekommen, als wir wieder hier waren“, meinte Strauch.

Dafür gibt es nun auch noch einen Nachschlag. Nun liegt zunächst die Vermutung nah, das abschließende Spiel zweier Playoff-Teilnehmer gegen die Artland Dragons Quakenbrück am Sonntag (15 Uhr) könnte zu einer kaum ernst zu nehmenden Party werden. „Von wegen“, hielt Daniel Strauch dagegen. „Da ist noch die Rechnung aus dem Hinspiel offen. Wir wollen das Derby gewinnen und den siebten Platz festigen.“

Erst danach darf ausgiebig in den Mai gefeiert und geträumt werden: vom Viertelfinale, von Alba Berlin, von GHP Bamberg oder Rhein-Energie Köln. Die Saison beginnt wieder bei Null!