OLDENBURG - Edwards und McCoy können gegen Alba spielen. Bremerhaven empfängt Quakenbrück zum Nordwest-Derby.
Von Hauke Richters
OLDENBURG - Als großer Außenseiter machen sich die EWE Baskets am Wochenende auf den Weg nach Berlin. Vor dem ersten Playoff-Viertelfinale des Oldenburger Basketball-Bundesligisten bei Alba Berlin am Montag, 1. Mai (18 Uhr/Max-Schmeling-Halle) schwärmt Baskets-Trainer Don Beck vor allem vom Gegner. „Alba spielt auf ganz hohem Niveau. Es gibt nur zwei Teams, gegen die wir in der regulären Saison kein Spiel gewonnen haben – Bamberg und eben Berlin.“Die zuletzt angeschlagenen Bill Edwards und Tyron McCoy werden gegen den Ersten der regulären Saison laut Beck spielen können, an der Favoritenrolle der Berliner ändert das aber nichts. Die ist für den Trainer so eindeutig, dass er von einem Oldenburger Einzug ins Halbfinale nichts wissen will, immerhin sind dafür drei Siege nötig. Beck: „Wenn man sieht, welche Leistungen wir zuletzt in der Liga gezeigt haben, passt es nicht, vom Erreichen des Halbfinals zu sprechen.“
Nach neun Niederlagen in den vergangenen zehn Ligaspielen wäre das vor dem Duell gegen Alba wohl auch vermessen. Beck betont vor der schweren Aufgabe, auch in besseren Zeiten nie das Ziel „Halbfinale“ formuliert zu haben – im Gegensatz zur Baskets-Geschäftsleitung, die das Erreichen der Runde der letzten Vier vor Saisonbeginn vorgegeben hatte.
Den Oldenburger Spielern wird Becks Zurückhaltung kaum als Motivation dienen. Ein wenig Hilfe täte aber durchaus Not, denn an den einzigen Oldenburger Sieg in einem Playoff-Spiel kann sich aus dem Baskets-Kader nur noch McCoy erinnern: Er war als einziger aus dem derzeitigen Aufgebot am 11. Mai 2003 dabei, als die Oldenburger mit 96:83 bei TXU Energie Braunschweig gewannen, die Viertelfinal-Serie aber mit 1:3 verloren. 2004 und 2005 gab es jeweils ein 0:3 gegen GHP Bamberg, wobei die Franken im vergangenen Jahr sogar Meister wurden.
Unterstützung bekommen die Baskets-Spieler zumindest vom Gegner. „Wir müssen den Grundrespekt vor den Playoffs wahren“, sagt Alba-Vizepräsident Marco Baldi. „Darin ist alles möglich. Statistiken zählen dann nicht mehr.“
Auf jeden Fall im Halbfinale stehen wird ein Nordwest-Rivale der Baskets. Die Eisbären Bremerhaven empfangen am Sonntag im ersten Playoff-Viertelfinale die Artland Dragons aus Quakenbrück (17 Uhr/Stadthalle). „Ich erwarte ein rassiges Viertelfinale, dessen Ausgang völlig offen ist“, sagt Eisbären-Manager Jan Rathjen. „Was uns die Dragons voraushaben, ist ihre Playoff-Erfahrung. Dennoch sehe ich die Chancen bei 50:50."
Als Favorit geht Meister Bamberg gegen die Telekom Baskets Bonn in die K.o-Runde. Auch der Dritte der Punktrunde, Rhein-Energie Köln, hat gegen den Sechsten, EnBW Ludwigsburg, die größeren Chancen.
