OLDENBURG - Nie zuvor wurde Alba in Oldenburg derart

vorgeführt. Fischer und Penigar erzielten jeweils 18 Punkte.

Von Oliver Schulz

OLDENBURG - Als Faschingssonnabend, Pepe Nasts 50. Geburtstag und der Kantersieg gegen Alba Berlin auf einen Tag fielen, ließen die Oldenburger Basketballer die Hüften kreisen. Wie Derwische tanzten die Spieler nach dem 79:64 (36:29)-Sieg gegen Tabellenführer Alba Berlin mit und vor ihren Fans herum. 3148 Zuschauer in der ausverkauften EWE-Arena hatten eine grandiose Leistung ihrer Baskets erlebt. Sie erfreuten sich der enormen Defensivstärke und des besonderen Teamgeistes.

„Es ist nur ein Sieg mehr“, gab Don Beck den Spaßverderber, konnte aber dann seine Freude über seinen „Lieblingsgegner“ Berlin nicht verbergen. „Wir hatten uns besonders gut auf Alba vorbereitet. Wir wussten, dass sie zu bezwingen sind, wenn wir gut ins Spiel kommen und zudem unsere gewohnte Defensivstärke entwickeln. Das hat funktioniert“, gab der Trainer der EWE Baskets dann doch gerne zu.

Den sechsten Heimsieg in Folge leiteten die Oldenburger Ende des zweiten Viertels ein. Mit einem Zwischenspurt von 29:27 (17.) auf 50:31 (26.) bauten die Gastgeber ihren Vorsprung auch ohne Kapitän Tyron McCoy auf 19 Punkte aus. Nie zuvor in der Bundesliga-Historie hatte ein Oldenburger Basketball-Team derart über eine Alba-Truppe dominiert.

Auf den Weg in die Playoffs bestechen die Baskets derzeit als Einheit. „Es hat mich beeindruckt, wie unsere Spieler als Team zusammengewachsen sind“, sagte Geschäftsführer Hermann Schüller. Die Oldenburger lebten bei ihrer Galavorstellung nicht nur von überragenden Einzelleistungen, sondern hatten Basketball auch als Mannschaftssportart verstanden. Zuspiele erreichten den Mitspieler, Bodenpässe wurden Erfolg bringend unter den Alba-Korb durchgesteckt. Das musste auch Berlins Trainer Henrik Rödl mit einer einfachen Formel zugeben: „Oldenburg hat verdient gewonnen, weil sie besser gespielt haben.“

Die entscheidenden Akzente setzten die üblichen Verdächtigen. Der erneut überragende Center D’or Fischer verriegelte den eigenen Korb, blockte fünf Berliner Wurfversuche und erzielte 18 Punkte auf der Gegenseite aus der Nahdistanz. Desmond Penigar und Doron Perkins sorgten für die spektakulärste Show, Dan Grunfeld bot die gewohnt intelligente Vorstellung. Heiko Schaffartzik wirbelte im Aufbau und rannte die Berliner in Grund und Boden.

Trotz aller Euphorie: „Es ist nur ein Sieg mehr.“ Don Beck weiß, dass sein Team schon am kommenden Sonntag bei Rhein-Energie Köln neu gefordert ist. Schwer zu glauben, dass nach Aschermittwoch alles vorbei sein soll.