OLDENBURG - Wie man einen Einzug ins Playoff-Halbfinale der Basketball-Bundesliga feiert, wussten die Fans der EWE Baskets bislang nicht. Und so fiel die Jubelarie am späten Freitagabend nach dem 83:70 (39:30)-Erfolg der Oldenburger gegen den entthronten Meister Bamberg Baskets recht unkonventionell aus. Ein Fan drückte Center Ruben Boumtje Boumtje als Anerkennung für den erstmaligen Sprung in die Runde der letzten Vier eine Packung mit Schokoladenriegeln in die Hand – der lange Kameruner bedankte sich artig für das Geschenk und winkte fröhlich damit in die Menge.
Sehr diszipliniert und kontrolliert waren die Oldenburger zuvor aufgetreten, hatten dem Meister die dritte Niederlage beigebracht und so die Serie mit 3:1 Siegen für sich entschieden. Als Belohnung steht nun die Halbfinal-Serie gegen Alba Berlin an, das bereits seit vergangener Woche als Halbfinalist feststeht.
Die erste Partie wird an diesem Dienstag in der Max-Schmeling-Halle (20.45 Uhr) ausgetragen, am Donnerstag haben die Oldenburger dann Heimrecht (20.45 Uhr, EWE-Arena). Karten für dieses Spiel gibt es ab diesem Montag im Vorverkauf. Das dritte Spiel findet am Sonntag, 1. Juni (17.30 Uhr), in Berlin statt. Termine für das mögliche vierte und fünfte Spiel sind Dienstag, 3. Juni (Oldenburg, 20.45 Uhr), und Donnerstag, 5. Juni (Berlin, 20.45 Uhr).
„Die Fans haben einen tollen Job für uns gemacht“, lobte der stark spielende Jason Gardner den Oldenburger Anhang nach dem Bamberg-Spiel. „Hier ist in den vergangenen Monaten wirklich etwas Großes entstanden.“ Teamkollege Rickey Paulding blickte bereits auf die anstehenden Aufgaben. „Berlin hat eine Spitzemannschaft, aber wir haben nichts zu verlieren. Ich glaube, wir haben den Fans gegen Bamberg einen fast perfekten Abend bereitet.“
Die beiden Amerikaner spielten am Freitag gegen die Franken durch und waren mit 24 (Paulding) und 22 Punkten (Gardner) treffsicherste Oldenburger. Insgesamt setzte Trainer Predrag Krunic nur acht Spieler ein. Daniel Strauch, Branislav Ratkovica, Daniel Hain und Mirko Anastasov kamen nicht zum Einsatz.
Krunic freute sich nach dem größten Erfolg der Clubgeschichte eher innerlich. Äußerlich gab er sich ruhig, dankte der Mannschaft und zollte seinem Gegenüber Dirk Bauermann Respekt.
Ob dieser weiterhin die Doppelfunktion als Trainer der Nationalmannschaft und der Bamberger ausfüllt, erscheint zweifelhaft. Bereits vor Monaten hatte der 50-Jährige angekündigt, eines der Ämter abgeben zu wollen. Nach dem schlechtesten Abschneiden der Bamberger in den vergangenen sechs Jahren will Bauermann in den kommenden Tagen bekannt geben, wie seine berufliche Zukunft aussieht.
