Oldenburg - Wenige Worte aus dem Mund von Karsten Tadda genügen, um festzustellen, wo dieser Mann seine Wurzeln hat. Der Zugang der EWE Baskets stammt aus Franken, genauer gesagt aus Bamberg – der Dialekt verrät die Herkunft des Basketball-Profis sofort. Bisher stand Tadda in seiner Karriere ausschließlich bei Clubs aus der südlichen Hälfte Deutschlands unter Vertrag – mit seinem Wechsel nach Oldenburg hat der 29-Jährige nun Neuland betreten.
Wobei, gänzlich ohne Erfahrung ist Tadda nicht in den Norden gekommen. „Meine Frau Kyra wurde in Cuxhaven geboren, wir sind dort noch hin und wieder bei den Schwiegereltern zu Besuch“, erzählt der Nationalspieler und fügt schmunzelnd hinzu: „Ich komme mit den Norddeutschen eigentlich ganz gut zurecht.“
Beim Saisonauftakt an diesem Samstag (18 Uhr) in Göttingen wird Tadda sein Bundesligadebüt für die Baskets geben, seinen ersten Auftritt vor dem Oldenburger Publikum hat er bereits hinter sich. Beim Baskets Day ließ er im Testspiel gegen Den Bosch (70:55) schon einmal erkennen, warum die Oldenburger im Sommer zugriffen, als Taddas Vertrag bei Ratiopharm Ulm nicht verlängert worden war.
Obwohl er wegen seiner Teilnahme an der EM erst kurz zuvor ins Team gestoßen war, zeigte der Guard keinerlei Anpassungsprobleme. „Ich wurde super aufgenommen und fühle mich gut integriert – es macht Spaß mit den Jungs zusammenzuspielen“, sagt Tadda, der bei der Saison-Generalprobe durch seine Spielintelligenz und starke Defensive auffiel.
Letzteres überraschte jedoch nicht wirklich, bestach Tadda doch auf all seinen Stationen (Bamberg, Gießen und Ulm) durch seine herausragende Verteidigung. Bei der Europameisterschaft zeigte der 29-Jährige seine Qualitäten auch auf allerhöchstem europäischem Niveau, als er in der Vorrunde Italiens Superstar Marco Belinelli entnervte und anschließend ein Sonderlob von Bundestrainer Chris Fleming erhielt.
„Ich habe bei der EM viel Selbstvertrauen gewonnen“, sagt Tadda, der in allen sieben Spielen zur Startformation zählte und großen Anteil am überraschenden Viertelfinaleinzug der Nationalmannschaft hatte. Als „Führungsspieler“ adelte Fleming den 1,91 Meter großen Defensiv-Spezialisten – mit der Erfahrung von 75 Länderspielen, 368 Bundesliga-Einsätzen und vielen Euroleague-Partien dürfte der Nationalspieler diese Rolle auch in Oldenburg ausfüllen.
„Favoriten sind Bamberg und München – aber wir haben keinen Grund, uns zu verstecken“, sagte der Baskets-Zugang vor dem Saisonstart. In seiner Bamberger Zeit (2007 bis 2015) wurde Tadda fünfmal deutscher Meister und dreimal Pokalsieger. Wie man Titel gewinnt, weiß er also nur zu genau.
