OLDENBURG/KöLN - Ein Club kann seinen Kader fast komplett mit US-Amerikanern bestücken. Die Regelung gilt ab der neuen Saison.
Von Oliver Schulz
OLDENBURG/KÖLN - Es gibt im europäischen Basketball künftig nur noch zwei Spieler-Typen: gute und schlechte. Seit Sonnabend gehört die Einteilung in EU-Bürger, Bosman A, Bosman B, Cotonou und US-Amerikaner der Vergangenheit an. Die Basketball-Bundesliga (BBL) hat sich am Wochenende der Euroleague-Regelung angeschlossen, wonach sämtliche Ausländerbeschränkungen ab der neuen Saison aufgehoben sind. Dies soll zunächst bis 2009/2010 gelten. In der Konsequenz ist es zum Beispiel künftig möglich, einen Bundesligisten beinahe komplett mit US-Amerikanern zu besetzen.Der neue BBL-Geschäftsführer Jan Pommer begrüßt die Entbürokratisierung. „Wir schließen damit nicht nur Schlupflöcher, die in der Vergangenheit auf Grund der sich ständig verändernden und komplexen Rechtslage entstanden sind, sondern sorgen darüber hinaus für klare Strukturen“, sagte Pommer.
Die auf den ersten Blick negativen Folgen für die Talentförderung in Deutschland sieht der BBL-Chef als Chance für die Bundesligisten. Um für das „Aushängeschild Nationalmannschaft deutsche Spieler zu entwickeln und Identifikationsfiguren für Vereine und Liga zu schaffen“, wird zudem die Zahl der deutschen Spieler auf dem Mannschaftsmeldebogen und dem Spielberichtsbogen bis zur Saison 2009/2010 kontinuierlich angehoben. „Durch die moderate Steigerung können die Vereine kontinuierlich an diesem Thema arbeiten“, sagte Pommer.
Zudem hat sich die Bundesliga eine Selbstbeschränkung auferlegt. Ab der kommenden Saison dürfen die BBL-Clubs nicht mehr beliebig viele Spieler unter Vertrag nehmen. Maximal 18 Akteure können in Zukunft in einer Saison eingesetzt werden. Zwölf davon müssen bis drei Werktage vor Saisonbeginn am 14. Oktober 2005 auf dem Mannschaftsmeldebogen eingetragen sein. Bis zum Transferschluss am 28. Februar 2006 können die Clubs maximal vier Spieler nachträglich verpflichten. Die einvernehmlich getroffene Regelung soll dazu führen, „eine größere Kontinuität zu gewährleisten und für einen höheren Wiedererkennungswert“ der BBL zu sorgen. Dem Prinzip des „Heuerns und Feuerns“ soll in der BBL damit Einhalt geboten werden.
