Oldenburg - Gut lachen hatte Mladen Drijencic am Sonntagnachmittag in den Katakomben der großen Arena. Während über dem Hallenkomplex in Oldenburg die Sonne strahlte, gab sich der Trainer der EWE Baskets auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen RP Ulm launig. Der 90:75-Erfolg seiner Mannschaft und das damit verbundene Heimrecht in den Playoffs der Basketball-Bundesliga hellten Drijencic’ Stimmung wieder auf.
Dabei hatten sich zunächst einige dunkle Wolken zusammengebraut. Nachdem am Freitag die Zwölf-Siege-Serie der Oldenburger in Frankfurt zu Ende gegangen war (63:78), ließ die erste Hälfte gegen stark dezimierte Ulmer am Sonntag befürchten, den Baskets sei im Schlussspurt der Saison die Puste ausgegangen. Ohne vier Stammkräfte angetreten, hatten die Gäste nach einer leidenschaftlichen Vorstellung zum Seitenwechsel noch mit 40:37 geführt.
„Wir haben wohl gedacht, das wird heute ein Selbstläufer“, fand Drijencic deutliche Worte: „Mit solch einer Einstellung kann man nicht gewinnen. Das habe ich der Mannschaft in der Halbzeit auch gesagt.“ Laut wurde der Trainer dabei allerdings nicht, er fand auch so Gehör bei seinem Team. „Es ging, ohne die Spieler anzuschreien. Das bewahren wir uns für die Playoffs auf“, meinte Drijencic schmunzelnd.
Gleich zu Beginn der Partie hatten die Gastgeber den meisten der 5823 Zuschauern viel Freunde bereitet. Angeführt vom treffsicheren Kapitän Rickey Paulding gingen die Oldenburger gegen wild agierende Ulmer 9:2 in Führung. Doch der US-Amerikaner Da’Sean Butler erwies sich als ordnende Hand und brachte dem RP-Team die nötige Sicherheit im Abschluss. Es entwickelte sich fortan ein offener Schlagabtausch. Nach einem persönlichen und einem technischem Foul von Klemen Prepelic konnte Ulms Per Günther zu Beginn des zweiten Viertels an der Freiwurflinie ausgleichen (22:22). Der Nationalspieler blieb allerdings bei zehn Versuchen ohne Treffer aus dem Feld.
Aufstöhnen musste das Oldenburger Publikum dann, als gerade der ehemalige Liebling Philipp Neumann bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte das 26:25 für Ulm erzielte. Nun ging es hin und her, in fast jedem Angriff wechselte die Führung. Die Fans kamen auf ihre Kosten, Drijencic schimpfte bis die Halbzeitsirene erklang an der Seitenlinie über die zu laxe Einstellung in der Defensive.
Aber die Baskets kamen wie verwandelt aus der Kabine. Gerade beim Rebound packte das Heimteam nun besser zu und eroberte die Führung zurück. Im Schlussviertel mussten die Ulmer dann dem Kräfteverschleiß Tribut zollen und ließen die Oldenburger davonlaufen.
