PALMA - Mit einem dicken Eisbeutel um den geschwollenen rechten Fuß humpelte Dirk Nowitzki nach der Schlusssirene durch die Katakomben des Velodroms von Palma de Mallorca. Trotz Verstauchung hatte der deutsche Basketball-Superstar im letzten Viertel alles versucht, um seinem Nationalteam bei der EM in Spanien doch noch zum dritten Sieg im dritten Vorrundenspiel zu verhelfen. Genutzt hat es nichts – 80:84 (32:49) endete bekanntlich der „Krimi“ gegen den Titel-Mitfavoriten Litauen.
Der selbstlose Einsatz des bisher besten Turnierschützen (29 Punkte im Schnitt) steht für Siegeswillen und Teamgeist, mit dem der Vizeeuropameister in Palma auftrat und in der Zwischenrunde in Madrid gegen Frankreich an diesem Sonnabend (16.30 Uhr/DSF) und anschließend gegen Slowenien am Montag (21.30 Uhr/DSF) sowie Italien am Mittwoch (16.30 Uhr/DSF) das Viertelfinale anstrebt. „Ich denke, bis dahin ist der Fuß okay“, sagt Nowitzki.
„Wir nehmen immerhin einen Sieg und eine Menge Selbstvertrauen mit. Jetzt gilt es, zwei Tage Kraft zu tanken, und dann geht es wieder von vorn los“, meinte Bundestrainer Dirk Bauermann.
DBB-Vizepräsident Wolfgang Hilgert hatte in der Vorrunde eine im Vergleich zu Belgrad 2005 noch stärkere – weil auf der Bank noch erfahrenere – Mannschaft gesehen. Litauen sei derzeit „europäische Sahne. Unterschätzt haben die uns nach dem Silber vor zwei Jahren sicher nicht.“ Mit den bisherigen Spielen habe das Nationalteam, so Hilgert, große Eigenwerbung betrieben. Die Live-Übertragungen des DSF hätten beste Unterhaltung geboten.
„Schade, dass sich die Mannschaft durch Okulajas Offensivfoul um den verdienten Lohn gebracht hat“, sagte Jan Pommer, Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga (BBL), der NWZ . „Die Mannschaft hat aber viel Potenzial, um die Zwischenrunde zu überstehen.“ Den Umstand, dass die Nationalspieler Patrick Femerling und Ademola Okulaja von ausländischen Clubs zurück in die Bundesliga wechseln, sah der Oldenburger positiv. „Ich denke, mit ihren Namen können wir neue Fans für die Liga interessieren“, meinte Pommer.
