Oldenburg - Mit einem Satz auf Deutsch ließ Rickey Paulding die Herzen der Fans höher schlagen. „Ich bin ein Oldenburger“, sagte der 34-jährige Kapitän der EWE Baskets am Samstagabend kurz bevor Geschäftsführer Hermann Schüller die Vertragsverlängerung um zwei weitere Jahre bis 2019 verkündete. Daraufhin brachen die 6000 Zuschauer in der ausverkauften großen Arena in frenetischen Jubel aus und klatschten minutenlang Beifall. Der nimmermüde US-Amerikaner genoss den tosenden Applaus und zeigte sein sympathisches Lachen.

Paulding selbst hatte großen Anteil am perfekten Baskets-Abend, indem er sein Team zuvor beim 83:64 (34:32) gegen den Tabellenvierten Medi Bayreuth zu einen wichtigen Erfolg im Kampf um den Einzug in die Playoffs der Basketball-Bundesliga geführt hatte. Anlässlich seiner zehnjährigen Clubzugehörigkeit fand das letzte Heimspiel der Hauptrunde unter dem Titel „Rickey Day“ statt – ob in dieser Spielzeit noch weitere hinzukommen, werden die verbleibenden drei Auswärtsspiele zeigen, nach denen die Oldenburger mindestens Platz acht belegen müssen.

„Wir stehen weiterhin unter Druck“, wusste auch Mladen Drijencic, der forderte, in den letzten drei Spielen genauso effektiv aufzutreten wie an diesem Abend: „Der Sieg heute gegen Bayreuth ist der Grundstein dafür, dass wir weiter im Rennen um die Playoff-Plätze sind.“ Bedanken konnte sich der Cheftrainer insbesondere bei seiner Dreier-Achse, bestehend aus Kapitän Paulding (16 Punkte), Center Brian Qvale (21) und Dauerrenner Chris Kramer (11 Rebounds/9 Assists), die der Partie ihren Stempel aufdrückten.

Bereits während des Sprungballs spielte Paulding ein erstes Mal die Hauptrolle. Ein Teil der Zuschauer hielt Schilder mit der Aufschrift „RP23“ – Initialien und Rückennummer des Urgesteins – in die Höhe, ehe ein riesiges gelbes Plakat den 34-Jährigen beim Dunking zeigte. Offenbar davon angestachelt begannen die Oldenburger grandios. Paulding selbst machte die ersten Zähler, nach fünf Minuten führte sein Team mit 15:6. Ein Bruch kam aber ins Spiel, nachdem Drijencic wechselte. Bayreuth hatte plötzlich das Momentum für sich und erzielte einen 10:0-Lauf. Erst Qvales Korbleger plus Freiwurf sorgte für das 18:16 zum Viertelende.

Der Schwung bei beiden Teams war raus, weshalb sich der zweite Abschnitt auf mäßigem Niveau einpendelte. Beide Trainer wechselten viel durch, die Mannschaften verloren häufig den Ball, so dass kaum Spielfluss zustande kam. Fahrt nahmen die Baskets erst wieder nach der Halbzeit auf. Erneut war es Paulding, der seine Teamkameraden nach einem feinen Anspiel von Kramer hinter dem Rücken mit einem krachenden Dunking nach vorn peitschte (38:34). Die Gäste agierten nun komplett unsortiert, das nutzten die Baskets mit großen Einsatz aus. Nach einem Treffer von Qvale zum 60:45 war die Stimmung in der Arena am Siedepunkt.

Im Schlussviertel hatte Bayreuth den Oldenburgern absolut nichts mehr entgegenzusetzen. Zwischenzeitlich führten sie mit bis zu 21 Punkten Differenz (68:47). In den letzten Minuten warteten dann bereits alle gespannt auf die Ehrung Pauldings.

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz