QUAKENBRüCK - Einer gegen alle: Mit einer unglaublichen One-Man-Show hat Tyrese Rice den deutschen Basketball-Meister aus Bamberg schier zur Verzweiflung getrieben. Der Spielmacher der Artland Dragons führte sein Team fast im Alleingang zum 75:59 (37:34)-Sieg gegen die Brose Baskets und erzwang so im Playoff-Halbfinale ein fünftes Spiel am Dienstag in Bamberg. „Bis ins dritte Viertel war es ein ausgeglichenes Spiel, dann hat Rice aufgedreht“, lobte Bambergs Trainer Chris Fleming den quirligen Dragons-Aufbau.

Fleming hatte alles versucht, um Rice zu stoppen. Immer wieder wechselte der Bamberger Coach in der Schlussphase die Defensivtaktik, doch der 24-jährige Spielmacher der Dragons war nicht zu halten. 30 Punkte erzielte der Amerikaner. „Tyrese Rice hat überragend gespielt“, schwärmte der Bamberger Coach, der früher als Spieler und Trainer in Quakenbrück gearbeitet hat. „Das war eine der besten Playoff-Leistungen eines Guards, die ich bisher gesehen habe.“

Rice trieb sein Team an, verteilte die Bälle und traf fast nach Belieben. 38:35 Minuten rannte der vom griechischen Erstligisten Panionios Athen gekommene Aufbauspieler über das Feld – so lange wie kein anderer. Dass Rice bereits beim ersten Sieg der Quakenbrücker gegen den Topfavoriten vor einer Woche mit 24 Zählern der erfolgreichste Punktesammler war, verwundert wenig. Es zeigt aber auch die Abhängigkeit der Artland Dragons von ihrem besten Mann.

Natürlich spielte Rice nicht wirklich alleine. Er bekam vor allem von Bryan Bailey und Darren Fenn mit jeweils zwölf Punkten Unterstützung sowie von Robert Kurz, der unterm Korb überzeugte. Dragons-Trainer Stefan Koch bescheinigte seinem Team „ein hohes Maß an Einsatz, Willensstärke und Leidenschaft“.

Die Hauptlast wird auch im fünften Spiel der Serie am Dienstag wieder bei Rice liegen. Was ein Risiko ist, denn wenn es bei dem 1,85 Meter großen Profi nicht läuft, haben die Quakenbrücker keine Chance. Nur neun Punkte, dafür aber zehn Fehlwürfe zeigte Rices Statistik im vergangenen Spiel in Bamberg die Dragons gingen 61:84 unter.

Im zweiten Halbfinale haben die Skyliners Frankfurt das vierte Spiel gegen Alba Berlin gewonnen. Die Hessen setzten sich am Sonntag mit 83:74 in der Hauptstadt durch und glichen damit in der Serie „best-of-five“, in der drei Siege nötig sind, zum 2:2 nach Siegen aus.