QUAKENBRüCK - Das neue und umstrittene Punktesystem macht's möglich: Die Artland Dragons aus Quakenbrück haben sich die Tabellenspitze der Basketball-Bundesliga (BBL) zurückerobert. Im Spitzenspiel der zehnten Runde besiegte das Team aus dem Landkreis Osnabrück am Sonnabend die Skyliners Frankfurt mit 77:76 und rückte mit nunmehr 17 Punkten (14:6 nach der alten Wertung) auf Platz eins. Mit jeweils 16 Zählern folgen Frankfurt (12:8) und EnBW Ludwigsburg, nach dem 80:71 über RP Ulm das Team mit der bislang besten Bilanz aller Clubs (14:4).
Den Dragons wird die Aufregung um das neue System, wonach auch der Verlierer einen Punkt erhält, egal sein. Sie genießen derzeit die Tabellenführung, die sie sich jedoch gegen die Frankfurter hart erarbeiten mussten. „Es war ein eigenwilliges Spiel auf hohem Niveau. In der ersten Halbzeit gab es zum Beispiel ganze fünf Freiwürfe, in der zweiten dann noch 23“, resümierte Dragons-Coach Thorsten Leibenath, dessen Mannschaft noch einmal um den Sieg zittern musste, als Ex-Nationalspieler Pascal Roller (17 Punkte) mit einem Dreier 30 Sekunden vor Schluss auf einen Zähler verkürzte.
Alba Berlin setzt seine Aufholjagd indes fort. Gegen Aufsteiger Phoenix Hagen siegten die Gastgeber vor 8551 Zuschauern ungefährdet mit 90:64. Mit zwei ausgetragenen Partien weniger liegen die Berliner nach dem dritten Sieg in Folge mit 14 Punkten (12:2) nur noch drei Zähler hinter Spitzenreiter Quakenbrück. Bester Werfer für die Berliner, die sich bereits im ersten Viertel deutlich absetzten, war Rashad Wright mit 19 Punkten.
Den bereits sechsten Sieg in Folge feierte Ludwigsburg. Coach Tolga Öngölen erlebte eine Begegnung „mit hohem Unterhaltungswert für die Fans“. 3800 Zuschauer sahen kämpferisch starke Schwaben, die trotz ständiger Rückstände nie aufgaben. „Wir haben 38 Minuten lang eine exzellente Leistung abgeliefert. Leider hatten wir am Ende einige Ballverluste und Fehlwürfe, die uns den Sieg gekostet haben“, klagte Ulms Coach Mike Taylor.
Den Platz in der Spitzengruppe hat TBB Trier (15 Punkte) mit dem 87:83 gegen die Gießen 46ers gefestigt. Überragender Werfer der Partie vor 3669 Zuschauern war der US-Amerikaner Christopher Copeland mit 29 Punkten. Dazu TBB-Coach Yves Defraigne: „Wir haben heute einfach hervorragend getroffen.“
Seine Negativserie mit zuvor vier Niederlagen beendete Ex-Meister Baskets Bamberg. Den Giants Düsseldorf fügten sie mit dem 89:87 nach Verlängerung die erste Heimniederlage zu. Brian Roberts war mit 25 Punkten der beste Werfer der Gäste, die nach einem 63:74-Rückstand wieder zurückkamen und zusätzliche fünf Minuten Spielzeit erzwangen. Am Ende reichten den Düsseldorfern auch 20 Punkte von Koko Archibong nicht. In der „schiefen“ Tabelle rangiert Bamberg nach dem neuen System mit 12 Punkten (6:12) vor den Giants (11/6:10).
