Vechta - Dieses Derby hielt, was es versprach. 3000 Zuschauer waren am Sonnabendabend in den ausverkauften Rasta-Dome gepilgert, um das erste Aufeinandertreffen zwischen Rasta Vechta und den Artland Dragons Quakenbrück in der Basketball-Bundesliga zu verfolgen. Sie erlebten ein packendes, von vielen Emotionen geprägtes und dramatisches Nachbarschaftsduell, in dem Aufsteiger Vechta den Dragons alles abverlangte, sich aber am Ende denkbar knapp mit 101:102 (48:57) geschlagen geben musste. Die Entscheidung fiel erst in den letzten Sekunden des Spiels.

In der Schlussphase wechselte die Führung hin und her. Zwei Minuten vor dem Ende musste Rasta-Center Dirk Mädrich, mit 24 Punkten bester Werfer Vechtas, mit seinem fünften Foul raus – es folgte ein entscheidender Angriff: Trotz mehrerer Chancen kam nach einem Fehlpass von Steven Esterkamp, der in seinem ersten Spiel für Vechta etwas unglücklich wirkte, nichts dabei heraus.

Dennoch hatte Vechta die Chance auf den Sieg: Nachdem Artlands Anthony King einen völlig freien Wurf daneben gesetzt hatte, landete der Rebound bei Rasta-Spielmacher Richie Williams. Der US-Amerikaner dribbelte bei nur noch wenigen Sekunden Restspielzeit auf der Uhr nach vorne, zog zum Korb und warf mit der Schlusssirene. Mehrmals drehte sich der Ball auf dem Ring, um dann doch noch wieder herauszufallen.

Auch wenn die Rasta-Fans ihre Mannschaft noch Minuten nach Spielschluss feierten, stand Vechtas Trainer Pat Elzie die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: „Das ist eine bittere Niederlage.“ Den Grund für die Pleite sah der Coach in der ersten Halbzeit mit 57 zugelassenen Punkten und einer Freiwurfquote von nur 68 Prozent. Über die Dreierquote seines Teams (56 Prozent) konnte sich Elzie diesmal nicht beschweren. Bei Vechta fehlte Flavio Stückemann, der sich bei einem Autounfall ein Schädeltrauma zugezogen hatte.

Dragons-Coach Tyron McCoy war nach dem Sieg erleichtert: „Ich bin sehr froh, dass wir dieses Spiel am Ende doch noch gewonnen haben. Es war ein aufregendes Spiel“, sagte der Gästetrainer, der sich vor allem bei Brandon Thomas bedanken konnte. Der Ex-Münchner war mit 28 Punkten überragender Akteur seiner Mannschaft.

Derweil warten die Eisbären Bremerhaven weiter auf die ersten Punkte in dieser Saison. Das Tabellenschlusslicht verlor am Sonntag in eigener Halle gegen die Baskets Bamberg mit 74:86 (40:46), zog sich gegen den deutschen Meister aber achtbar aus der Affäre. Tabellenführer bleibt Bayern München. Das Team von Trainer Svetislav Pesic bezwang die Frankfurt Skyliners mit 97:65 (49:29) und feierte im fünften Spiel den fünften Sieg.