Es hat nicht sollen sein. Die EWE Baskets kehren ohne den Europapokal nach Oldenburg zurück. Doch auch wenn der ganz große Wurf beim Final Four der Euro-Challenge in Izmir nicht gelang, muss man vor der Mannschaft den Hut ziehen. Das Finalturnier überhaupt erreicht zu haben, ist ein großer Erfolg – und dabei ist es auch unerheblich, dass die Euro-Challenge nur der drittbedeutendste Europapokalwettbewerb im europäischen Basketball ist.

Die auf dem Weg nach Izmir souverän absolvierte Ochsentour mit zum Teil weiten Reisen und Spielen gegen weniger attraktive Gegner brachte den Baskets europaweite Anerkennung ein. Auch auf nationaler Ebene begeisterte das Team und geht als Zweiter der Hauptrunde durchaus aussichtsreich in die am kommenden Sonntag startenden Playoffs.

Egal, wie die Meisterrunde auch ausgehen mag, fest steht schon jetzt: Oldenburgs Basketballer haben ihr Renommee in dieser Saison gewaltig aufpoliert. Nach der enttäuschend verlaufenen Vorsaison – mit der Entlassung von Trainer Predrag Krunic als Tiefpunkt – haben die Verantwortlichen die richtigen Entscheidungen getroffen. Problemfälle im Kader wurden ersetzt, bei den Zugängen legte man nicht nur Wert auf die sportlichen, sondern auch charakterlichen Qualitäten.

Die beste Neuverpflichtung der Geschäftsführung war indes die von Trainer Sebastian Machowski. Der 41-Jährige hat es geschafft, innerhalb kürzester Zeit eine Mannschaft zu formen, die diese Bezeichnung auch verdient. Seine Maxime, den Spielern in kritischen Spielsituationen ganz bewusst Verantwortung zu übertragen, schafft Vertrauen – und ist ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs.

Mit dem Umzug in die neue, 6000 Zuschauer fassende EWE-Arena haben die Baskets zudem die Voraussetzung geschaffen, um sich dauerhaft in der Spitzengruppe der Bundesliga zu etablieren. Keine Frage, diese außergewöhnliche Saison hätte eine Krönung verdient. Pokal und Euro-Challenge sind leider schon futsch – aber ein Titel ist ja noch zu vergeben . . .