Knapp zwei Wochen vor Beginn der Playoffs verschärft sich der Ton beim Basketball-Bundesligisten ALBA Berlin - trotz zuletzt zehn Pflichtspiel-Siegen in Serie. „Wenn wir glauben, dass wir so locker weitermachen können, erleben wir im Viertelfinale ein blaues Wunder“, schimpfte Manager Marco Baldi nach dem 85:74-Sieg über Würzburg am Sonntag.
„Wir haben ein Konzentrationsdefizit und müssen schnellstens die Kurve kriegen.“ Bevor die Endrunde am 10. Mai beginnt, haben die Berliner noch zwei Bewährungsproben, am Donnerstag das Nachholspiel gegen Frankfurt (15.00 Uhr) und am Sonntag (17.20 Uhr) bei Spitzenreiter in München. In diesen Spielen und auch zum Start der Playoffs am 10. Mai wird Center Leon Radosevic fehlen. Der Kroate war gegen Würzburg mit dem rechten Fuß umgeknickt und erlitt eine Knochenprellung im Innenknöchel und Teilruptur im Außenband. Das ergab eine Untersuchung bei Teamarzt Gert Schleicher am Montag. Radosevic wird zwei bis drei Wochen pausieren müssen.
Unabhängig von Radosevics Genesung forderte Baldi für die kommenden Wochen absolute Professionalität von seinen Profis. „Wir bekommen diesen Fokus für die Playoffs nur, wenn wir alles andere ausblenden. In den nächsten Wochen gibt es nur Basketball: Das fängt bei der Ernährung und im Training an, erst dann können wir über Spiele reden.“ Als Symptom für die Ablenkung seiner Mannschaft führte Baldi die schwache Freiwurfquote in den vergangenen beiden Partien an, in denen die Albatrosse deutlich unter ihrem Saisonschnitt lagen.
Auch Trainer Sasa Obradovic polterte nach dem mühsamen Sieg über Würzburg vor den versammelten Journalisten: „Ich bin überhaupt nicht zufrieden, das sage ich jetzt euch und werde es morgen im Training auch den Jungs sagen. Wenn wir so weiterspielen, sind wir nicht für die Playoffs bereit.“
Die Spieler wollten sich der Sichtweise ihrer Vorgesetzten nur bedingt anschließen. „Würzburg kämpft ums Überleben. Die haben einfach nicht aufgegeben, auch als wir 20 Punkte vorne waren. Da muss man erst einmal gegenhalten“, sagte Defensiv-Spezialist Clifford Hammonds. Auch Kapitän Sven Schultze lobte die abstiegsbedrohten Unterfranken: „Wir mussten richtig hart arbeiten.“ Erst im dritten Viertel begann der Würzburger Widerstand zu bröckeln und der Berliner Angriff kam in Schwung. „Wenn die Eisenbahn mal rollt, kann man sie eben kaum noch anhalten“, sagte Schultze schmunzelnd.
