Oldenburg/Bamberg - Es ist nicht bekannt, dass Sebastian Machowski gesteigerten Wert auf Statistiken legt. Vor dem Bundesligaspiel der EWE Baskets in Bamberg an diesem Freitag (20.05 Uhr/Sport 1) kommt dem Oldenburger Trainer diese Haltung zugute. So dürfte er die Reise nach Franken wohl einigermaßen entspannt angetreten haben – ohne dass die vielen unguten Erlebnisse gegen diesen Gegner ständig im Kopf herumspukten.
Denn die Bilanz gegen Bamberg ist wahrlich schauderhaft, für ihn selbst und die Baskets gleichermaßen: Machowski hat in seiner Trainerkarriere noch nicht ein Spiel gegen Bamberg gewonnen, Oldenburg wartet seit mittlerweile elf Partien auf einen Sieg gegen den Club aus dem Süden, der den deutschen Basketball in den vergangenen Jahren wie kein Zweiter beherrscht hat.
Allzu frisch sind noch die Erinnerungen an die Finalserie der vergangenen Saison, als Oldenburg die Bamberger dreimal am Rand einer Niederlage hatte – und dann doch jeweils den Kürzen zog. Zum Kader der Franken gehörte damals Philipp Neumann, der inzwischen für Oldenburg auf Korbjagd geht. Der 22-Jährige Center kam im Dezember 2013 auf Leihbasis in den Nordwesten, wo er derzeit mit durchschnittlich 7,2 Punkten und 3,5 Rebounds in 14:07 Minuten die persönlich besten Werte seiner Bundesliga-Karriere auflegt.
Neumann spielte insgesamt vier Jahre in Bamberg und macht keinen Hehl daraus, dass er noch immer eine große Verbundenheit zum Verein und seinen Fans verspürt. Entsprechend emotional dürfte für ihn die erstmalige Rückkehr in seine alte Heimat werden. Dass er jedoch in der Lage ist, etwaige Gefühle auf dem Parkett auszublenden, hat er bereits im Februar gezeigt, als er bei Oldenburgs Heimniederlage im Pokal gegen seine früheren Kollegen groß aufspielte und mit 21 Zählern zum besten Werfer seines Teams avancierte.
Wirft man einen Blick auf die Tabelle, steckt in der Partie an diesem Freitag nicht mehr die ganz große Brisanz. Drei Spiele vor dem Abschluss der Hauptrunde liegt Bamberg auf Rang zwei, Oldenburger auf vier – und es spricht sehr viel dafür, dass beide Teams auch mit dieser Platzierung in die Playoffs einziehen.
Und doch messen Machowski und sein Gegenüber Chris Fleming dem Aufeinandertreffen große Bedeutung zu. Ist das Spitzenspiel doch ein willkommener Gradmesser vor den kommenden Wochen, in denen es in der Meisterrunde um alles oder nichts geht. Gerade die Oldenburger würden mit einem Sieg beim amtierenden Meister und Angstgegner eine deutliche Botschaft an die Konkurrenz im Titelkampf senden.
Die Partie in Bamberg ist für das Team um Kapitän Rickey Paulding also ein echter Härtest – ganz besonders gilt dies für Adam Chubb. Der 32-jährige Center hat in seinen ersten zwei Spielen nach monatelanger Verletzungspause durchaus überzeugt, muss nun aber erstmals beweisen, ob er unter dem Korb auch schon wieder gegen Spitzenleute wie Sharrod Ford, D’or Fischer oder Maik Zirbes bestehen kann.
Viel Zeit zum Erholen bleibt den Oldenburger nach dem Liga-Gipfel in jedem Falle nicht: Bereits an diesem Sonntag (17 Uhr/große EWE-Arena) steht die Partie gegen die abstiegsbedrohten Tigers Tübingen an. Es geht Schlag auf Schlag – besser könnte man sich nicht auf die Playoffs einstimmen.
