Neu-Ulm - 19 Spiele, 19 Siege - die Ulmer Basketballer sind in der Bundesliga nicht zu stoppen. Auch vom Verletzungspech und vom Überraschungsteam medi Bayreuth ließ sich der Vizemeister am Samstagabend nicht beeindrucken - obwohl er mehr als eine Hälfte lang vor der ersten Saisonniederlage stand. Mitte des dritten Viertels lagen die Gastgeber noch mit neun Punkten hinten (45:54), das Team der Stunde schien dieses Mal fällig zu sein. Aber mit einem beherzten Schlussspurt löste die Mannschaft von Trainer Thorsten Leibenath auch diese kritische Phase und gewann am Ende doch noch deutlich mit 90:70.
„Bei uns hat man deutlich gemerkt, dass die harten Partien der letzten Wochen an unserem Energielevel gezehrt haben“, sagte Leibenath. Doch angetrieben von den frenetischen Fans startete Ulm viertelübergreifend einen 25:6-Lauf, den die Bayreuther nicht mehr kontern konnten. „Ulm ist heiß gelaufen, und wir konnten den Lauf nicht stoppen, weder mit Auszeiten noch mit Wechseln oder aggressiver Defense“, sagte Bayreuths Allstar-Coach Raoul Korner. Bester Werfer bei den Ulmern war Raymar Morgan mit 21 Punkten.
Weiter in Lauerstellung bleiben die Basketballer von Bayern München, die anders als Ulm und ALBA Berlin auch die Zwischenrunde im Eurocup überstanden haben. Gegen die zuletzt deutlich verbesserten Fraport Skyliners Frankfurt kamen die Bayern zu einem nie gefährdeten 95:70. „Es war heute ein wenig so, als ob die Bayern permanent auf der Überholspur waren“, sagte Frankfurts Trainer Gordon Herbert.
Münchens Coach Sasa Djordjevic hakte den Erfolg schnell ab und richtete seinen Blick sofort auf den Mittwoch, wenn es für die Bayern beim russischen Topteam Khimki Moskau darum geht, den ersten Platz in der Zwischenrunden-Gruppe des Eurocups zu verteidigen. „Wir haben jetzt das wichtigste Spiel der bisherigen Eurocup-Saison vor uns und müssen den Schalter umlegen, um uns entsprechend auf dieses schwere Spiel vorzubereiten“, sagte Djordjevic.
Erster Verfolger von Ulm bleibt jedoch Brose Bamberg. Der Titelverteidiger gewann mit dem 88:78 (45:28) gegen s.Oliver Würzburg auch sein neuntes Heimspiel der Saison. Die Würzburger, deren Coach Dirk Bauermann Bamberg 2005 und 2007 zur Meisterschaft geführt hatte, kamen im letzten Viertel auf sechs Punkte (72:78) heran. „Da haben wir in der Defensive locker gelassen“, beklagte Daniel Theis, der mit 20 Zählern bester Bamberger Werfer war.
Nach zuletzt zehn Siegen in Folge riss die Erfolgsserie von ALBA Berlin beim 72:95 (35:40) im Auswärtsspiel gegen die Telekom Baskets Bonn. „Es war ein perfekter Tag und ein perfektes Spiel“, sagte der überragende Kenneth Horton, der 31 Punkte für die Bonner erzielte. Die Berliner zeigten sich enttäuscht: „Wir haben einfach schlecht gespielt“, meinte Niels Giffey.
