Vechta/Berlin - Wenn Rasta Vechta an diesem Donnerstag (19 Uhr) im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga auf Alba Berlin trifft, dann ist es für Clint Chapman ein besonderes Spiel. Denn Vechtas Center trug beim Hinspielerfolg von Rasta (80:69) noch das Trikot der Albatrosse. Nun kehrt er mit Vechta an seine alte Wirkungsstätte zurück.
Chapman, der in der ersten Saisonhälfte in Berlin erfolgreich den verletzten Dennis Clifford vertrat, hatte bei Alba einen befristeten Vertrag und wechselte nach einem kurzen Intermezzo in Ludwigsburg nach Vechta. Im Hinspiel kam der US-Amerikaner gegen seine jetzigen Teamkollegen auf neun Punkte, vier Blocks und vier Rebounds. Nun will der 30-Jährige mit Vechta für die nächste Überraschung sorgen und den Tabellenvierten auf Distanz halten.
Nicht weniger als eine „Schlacht“ erwartet daher auch Austin Hollins. Der Guard war mit 29 Punkten ein Garant für den Erfolg im Hinspiel Mitte November. „Alba hat sich seit unserem letzten Aufeinandertreffen um einiges verbessert – wir aber auch. Ich glaube, dass es von der ersten Minute an ein großer Kampf wird“, meint Hollins.
Drei Tage nach der bitteren Niederlage im Eurocup-Finale in Valencia kehrt bei Alba hingegen wieder der Liga-Alltag ein. „Das wird jetzt nicht so einfach, die Mannschaft bis dahin wieder aufzurichten“, sagte Manager Marco Baldi. Für die viertplatzierten Berliner ist bis Rang zwei noch alles möglich. Doch durch das Erreichen des Eurocup-Finales mussten einige Spiele verschoben werden. Die Folge: Alba hinkt der Konkurrenz drei bis vier Begegnungen hinterher. Die Tabelle zeigt deshalb nur ein verzerrtes Bild. So steht Vechta zwar aktuell einen Platz vor den Berlinern, hat aber bereits vier Minuspunkte mehr auf dem Konto.
Alba ist dennoch gewarnt. „Sie sind das komplette Überraschungsteam in dieser Saison. Sich da oben die ganze Saison zu halten, ist eine unfassbare Leistung für einen Aufsteiger“, sagte Berlins Spielmacher Joshiko Saibou. Das Duell mit dem direkten Konkurrenten hat deshalb für den 29-Jährigen einen „hohen Stellenwert“. Auch mit Blick auf eine Wiedergutmachung für die Hinspielniederlage. „Sie spielen immer mit einer sehr hohen Intensität“, sagte Saibou: „Aber das ist natürlich auch einfacher, wenn man nur einmal in der Woche spielen muss.“
Davon kann Alba derzeit nur träumen. In den kommenden 25 Tagen erwarten die Berliner noch zehn Bundesliga-Partien. „Da müssen wir zwei oder drei Mal in der Woche spielen und es bleibt wieder keine Zeit zum Training“, sagte Trainer Aito Garcia Reneses. Und große Ausrutscher kann sich Alba in der Liga auch nicht mehr erlauben.
