Pat Elzie (51/Bild) kam in den 1980er-Jahren nach Deutschland und spielte für mehrere Clubs in der 1. und 2. Bundesliga. Als Trainer arbeitete der US-Amerikaner unter anderem beim BC Johanneum Hamburg, bei den Bremen Roosters und den Eisbären Bremerhaven (Co-Trainer). Seit November 2009 ist er Cheftrainer in Vechta. Rasta

Vechta - Pat Elzie fällt auf – nicht nur in Basketball-Kreisen. Der 51-jährige US-Amerikaner, der den Zweitliga-Aufsteiger Rasta Vechta trainiert, lebt seit rund 25 Jahren in Deutschland. Viele davon hat Elzie in Hamburg verbracht, was sich leicht an seiner Sprache erkennen lässt. Der Ex-Profi spricht exzellent deutsch, wobei er sich einen amerikanischen Akzent bewahrt hat. Und wenn er über Basketball fachsimpelt, fallen plötzlich im Hamburger Dialekt Begriffe wie „Loidde“ und „hoidde“ – gemeint sind „Leute“ und „heute“.

In der neuen Saison wird Elzie mit seinem sympathisch klingenden Sprachen-Mix bundesweit für Schmunzeln sorgen. Denn Rasta Vechta ist aus der Nordstaffel der 3. Liga in die eingleisige 2. Liga aufgestiegen. Die Gegner heißen nun beispielsweise Karlsruhe, Jena und Heidelberg. Am ersten Spieltag am 30. September tritt das Team bei den Düsseldorf Baskets an.

„Wir wollen mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben“, kündigt Elzie an. Um das zu erreichen, wurde in Vechta kräftig investiert. Der Etat liegt nun bei mehr als 500 000 Euro, seit 1. Juli ist zudem in Alexander Müller ein hauptamtlicher Manager beschäftigt. Fünf Spieler im 15 Akteure zählenden Kader sind Profis, die übrigen gehen neben dem Basketballspielen einer Beschäftigung nach.

Einige von ihnen tun dies bei Stefan Niemeyer. Der ist Vereinspräsident von Rasta Vechta und im Hauptberuf Inhaber eines Futtermittel-Herstellers in Essen (Kreis Cloppenburg). Mit seiner Firma ist Niemeyer größter Sponsor des Clubs und macht so das Abenteuer 2. Liga möglich. „Ich hoffe, dass wir in der neuen Saison einen Schnitt von mehr als 1000 Zuschauern pro Heimspiel haben werden“, sagt der Mäzen, der nach eigenen Worten „verrückt nach Basketball“ ist.

Ihre Heimspiele (das erste findet am 13. Oktober gegen Karlsruhe statt) trägt die Mannschaft in einer neuen Halle aus. Der sogenannte Rasta-Dome fasst laut Niemeyer bis zu 2000 Zuschauer und erfüllt damit die Anforderungen für einen Zweitligisten, nämlich mindestens 1500 Besuchern Platz zu bieten. Die alte Halle war dafür zu klein, so dass Verein und Stadt gemeinsam den Neubau stemmten.

Neben vier US-amerikanischen und einem kanadischen Profi stehen zehn deutsche Spieler im Kader. Die bekanntesten davon sind Dirk Mädrich (29) und Flavio Stückemann (27). Mädrich spielte in der Bundesliga unter anderem für Bamberg und Quakenbrück und kam im Jahr 2004 sogar zu acht Länderspiel-Einsätzen. Stückemann, der Kapitän der Mannschaft, sammelte in Braunschweig und Quakenbrück Erstliga-Erfahrungen.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)