Vechta - Zwei Jahre nach dem Abstieg aus der Bundesliga plant Rasta Vechta die Rückkehr auf die große Bühne des deutschen Basketballs. Nötig sind dafür noch sechs Siege in den Playoffs der zweiten Bundesliga (ProA), die für den Hauptrunden-Ersten am kommenden Wochenende beginnen. „Es geht neu los“, sagt Trainer Andreas Wagner: „Wir haben eine sehr gute Saison gespielt, um uns den Heimvorteil zu sichern.“

Der Tabellenachte Nürnberg fordert Rasta an diesem Freitag (20 Uhr, Rasta-Dome) in der ersten Partie der Viertelfinal-Serie heraus, in der wie im im Halbfinale drei Siege das Weiterkommen sichern. „Nürnberg ist keine schlechte Mannschaft, vielleicht eine der gefährlichsten in den Playoffs, die eigentlich unter die ersten Vier gehört“, sagt Wagner.

Die Gladiators Trier (6. Platz) mit dem Ex-Oldenburger Kevin Smit beginnen ihre Serie gegen Kirchheim auswärts. Smit, vor der Saison aus Vechta gekommen, hatte seinen Vertrag kürzlich um zwei Jahre verlängert. Für die vom gebürtigen Bremerhavener Arne Woltmann trainierten Rhein-Stars Köln endete die Premierensaison in der zweiten Liga auf Rang zwölf.

Den Vechtaern, die in der Saison 2013/14 zum ersten Mal Bundesliga-Luft schnupperten, scheint die Rückkehr in die Eliteklasse in der aktuellen Verfassung kaum zu nehmen. Dafür reicht der Einzug ins Playoff-Finale. Sollte der Aufstieg gelingen, will Rasta den Etat nach Club-Angaben von derzeit 2,1 auf rund 2,5 Millionen Euro erhöhen. Damit läge Vechta finanziell im unteren Drittel der Bundesligisten.

Die Euphorie in der Stadt ist riesig, der Rasta-Dome (3140 Plätze) war in der Hauptrunde bei jedem Heimspiel ausverkauft. Die Mannschaft dankte es mit Leistung: Nach Platz zwei am Ende der Hinrunde verlor Rasta in der Rückserie kein Spiel mehr.

Auffälligster Akteur bei Vechta ist Christian Standhardinger. Der 26-jährige Power Forward, der vor der Saison vom Bundesligisten Mitteldeutscher BC kam, liefert im Schnitt 16,3 Punkte und neun Rebounds ab – alles Bestwerte in seiner Mannschaft, in der in Derrick Allen ein früherer Bundesliga-Star steht. Der US-Amerikaner könnte im Falle eines Aufstiegs in der kommenden Saison mit 36 Jahren noch einmal im Oberhaus spielen.

Die Chancen hierfür stehen gut – dank Wagner, der im Sommer seinen Job als Co-Trainer von Svetislav Pesic bei Bayern München aufgab und in Vechta anheuerte. „Mit Coach Wagner wurden viele neue Strukturen geschaffen. Es wird zum Beispiel mehr auf die Ernährung am Spieltag geachtet, und auch die taktische Analyse ist umfangreicher“, sagt Center Oliver Mackeldanz. „Ob das modelliert worden ist, weiß ich nicht. Allgemein habe ich, was gemeinsame Essen oder Videoanalysen betrifft, meine Vorstellungen, die ich seit dem ersten Tag durchgesetzt habe“, sagt Wagner. Der Aufstieg wäre die Bestätigung dieser Arbeit.