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NWZonline.de Sport Basketball

Diesmal soll es mehr als eine Episode sein

25.08.2018

Vechta Der Stoppelmarkt in Vechta ist vorüber, nun drängt die zweite Attraktion der Stadt ins Rampenlicht. In einem Monat starten die Basketballer von Rasta Vechta mit dem Heimspiel gegen Medi Bayreuth (Freitag, 28. September, 20.30 Uhr) zum dritten Mal ins Abenteuer Bundesliga – und nachdem es bei den zwei vorherigen Anläufen postwendend zurück in die zweite Liga ProA ging, soll es nun mehr werden als nur ein erneutes kurzes „Hallo“ in Deutschlands Eliteklasse.

„Dreimal ist Oldenburger Recht“, sagte Stefan Niemeyer, Geschäftsführer des Clubs aus dem Südoldenburgischen bei der Präsentation des neuen Teams: „Ich hoffe, dass wir es diesmal endlich packen – das wäre für uns alle ein Traum.“ Die Sehnsucht nach dem Klassenerhalt in der BBL ist groß bei den Vechtaern, die bei ihrer Bundesliga-Premiere in der Spielzeit 2013/14 genauso wie drei Jahre später als Tabellenletzter direkt wieder abgestiegen waren.

Derbysieg gegen EWE Baskets Oldenburg

Die jüngste Episode im Oberhaus war dabei besonders bitter: Rasta gewann in der gesamten Saison 2016/17 nur zwei Spiele – eines davon war das Derby gegen die EWE Baskets Oldenburg in eigener Halle. „Und ausgerechnet bei diesem Spiel konnte ich nicht vor Ort sein“, erinnert sich Niemeyer zurück. Heute kann er darüber schmunzeln, doch die teilweise desaströsen Auftritte der in jener Saison für einen Aufsteiger durchaus namhaft besetzten Mannschaft schmerzen den Rasta-Boss noch immer. „Wir hatten damals einfach kein richtiges Team, sondern nur Individualisten auf dem Parkett stehen“, sagt Niemeyer.

Interessante Testspiele

Rasta Vechta bestreitet im Laufe der Vorbereitung mehrere öffentliche Testspiele. Am kommenden Freitag tritt die Mannschaft um 19 Uhr bei den Eisbären Bremerhaven an. Am Samstag, 15. September, gastiert Rasta um 16 Uhr beim Vizemeister Alba Berlin. Die Partie in Oranienburg ist Albas einziger öffentlicher Auftritt vor dem Pflichtspielstart. Eine Woche später (Samstag, 22. September) empfängt Vechta die Baskets Oldenburg zur Saisoneröffnung im Rasta-Dome. Spielbeginn ist um 16.30 Uhr, Karten gibt es unter

   

   www.rasta-vechta.de

In der nächsten Saison wird dies anders sein, verspricht der 57-Jährige: „Ich bin mir sicher, dass wir mehr als zwei Spiele gewinnen und eine echte Mannschaft haben werden.“ Im ersten Bundesliga-Jahr versuchte es Rasta mit vielen Aufstiegs-Helden, beim zweiten Versuch ging man den umgekehrten Weg, tauschte die Mannschaft fast komplett aus und setzte auf BBL-erfahrene Profis.

16-jähriges Talent Luc van Slooten

Da beide Ansätze schiefgingen, entschieden sich die Verantwortlichen nun für den Mittelweg. Sechs Zweitliga-Meister sind geblieben – darunter Spielmacher Chris Carter, Seth Hinrichs, bester Spieler der vergangenen ProA-Saison (MVP), sowie Publikumsliebling Josh Young, der das Kapitänsamt von Dirk Mädrich (erhielt keinen neuen Vertrag) übernommen hat. Von den fünf Neuen ist Austin Hollins der prominenteste Zugang, der Flügelspieler hat ein starkes Erstliga-Jahr in Gießen hinter sich (12 Punkte im Schnitt). Zudem stehen in Philipp Herkenhoff (19) und dem erst 16-jährigen Luc van Slooten zwei hochveranlagte deutsche Junioren-Nationalspieler im Kader von Rasta.

„Unser Ziel ist natürlich der Klassenerhalt, aber wir wissen auch, dass es schwer wird. Der Unterschied zwischen zweiter und erster Liga ist enorm“, sagte der neue Trainer Pedro Calles. Trotz des Aufstiegs hatten sich die Vechtaer von Trainer Doug Spradley getrennt, offiziell wurde dies mit unterschiedlichen Vorstellungen bezüglich der Zukunft des Clubs begründet. Spradleys Nachfolger fand Rasta in den eigenen Reihen und beförderte den bisherigen Assistenten Calles. Eine mutige Entscheidung, denn der 34-jährige Spanier besitzt auf Profi-Niveau keinerlei Erfahrung als Chefcoach und wird in der kommenden Saison der jüngste Trainer der Bundesliga sein. „Wir sind überzeugt, dass er das kann“, spricht Niemeyer dem seit 2015 bei Rasta tätigen Calles sein Vertrauen aus: „Er ist ein akribischer Arbeiter und trägt den Club in seinem Herzen.“

2440 Dauerkarten verkauft

Der neue Mann an der Seitenlinie ist sich der Rolle von Vechta als Underdog im Konzert der Großen bewusst. „Klar – wir sind nicht München, Bamberg, Berlin oder Oldenburg“, sagte Calles, betonte aber: „Wir wollen es jedem Gegner so schwer wie möglich machen.“ Als Hauptrivalen im Kampf um den Klassenerhalt sieht er Teams wie Mitaufsteiger Crailsheim, Bremerhaven oder Göttingen.

„Ich freue mich riesig auf die Saison“, sagt Clubchef Niemeyer – und ist mit seiner Vorfreude nicht allein. Rastas Berg- und Talfahrt der vergangenen Jahren hat der Euphorie nicht geschadet. Mit 2440 verkauften Dauerkarten wurde ein Clubrekord aufgestellt, der 3142 Zuschauer fassende Rasta-Dome dürfte auch in der dritten Bundesliga-Saison in jedem Heimspiel ausverkauft sein.

Basketball-Nationalmannschaft kommt

Die Zahl der Sponsoren sei auf 174 gestiegen, berichtete Niemeyer, dessen Tierfutter-Unternehmen zu den größten Geldgebern zählt. Der Etat des Aufsteigers ist laut Niemeyer um eine halbe Million Euro erhöht worden, damit dürfte er jetzt bei 2,7 Millionen Euro liegen. Dass die deutsche Nationalmannschaft ab kommenden Freitag eine Woche lang im Rasta-Dome trainiert, sei eine Auszeichnung für den Basketball-Standort Vechta, meinte Niemeyer: „Das macht uns stolz.“

Ab der Saison 2019/20 verlangt die BBL für die Lizenzerteilung ein Mindestbudget von drei Millionen Euro. „Das macht uns keine Angst“, betont Niemeyer selbstbewusst. An den Finanzen würde ein längerer Aufenthalt von Vechta in der Bundesliga also schon einmal nicht scheitern – nun muss es nur noch die Mannschaft auf dem Parkett richten.

Christopher Deeken
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2031

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