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NWZonline.de Sport Basketball

Trotz lauter Erfolge ein Meister leiser Töne

07.03.2019

Vechta Pedro Calles ist der Shootingstar in der Trainergilde der Basketball-Bundesliga, mit Rasta Vechta sorgt er für einen Paukenschlag nach dem anderen, doch abseits des Parketts schlägt der Spanier lieber leise Töne an. „Ich bin kein Mathematiker“, entgegnet Calles auf die Frage, wie hoch er die Wahrscheinlichkeit auf den Playoff-Einzug mit Rasta beziffern würde. Vor der Saison sei seinem Team als Aufsteiger nicht viel zugetraut worden, erinnert der 35-Jährige: „Auch da haben wir uns nicht mit Prognosen beschäftigt – genauso machen wir es auch jetzt.“

Calles ist ein Meister des Understatements. Nach dem jüngsten Sieg in Göttingen wies er sogar darauf hin, dass ja noch nicht einmal der Klassenerhalt in trockenen Tüchern sei. Rein rechnerisch stimmt dies zwar, doch der Blick auf die Tabelle zeigt: Für Calles und seine Schützlinge geht es längst um viel mehr. Vor dem Spitzenspiel gegen Tabellenführer Bayern München an diesem Sonntag (15 Uhr/Rasta-Dome) belegt die Sensationsmannschaft der Liga Platz drei. Wenngleich das Klassement noch etwas schief ist, weil die hinter Rasta platzierten Mannschaften aus Berlin und Bamberg noch einige Partien mehr auszutragen haben: Nachdem zwei Drittel der Hauptrunde rum sind und angesichts von zehn Punkten Vorsprung auf den ersten Nicht-Playoff-Rang dürfte Vechta ein Platz unter den ersten Acht kaum noch zu nehmen sein.

„Es gibt keine Zauberformel für unseren Erfolg“, sagt Calles: „Was ich nennen kann, ist der Charakter meiner Spieler, die bereit sind, jeden Tag an sich zu arbeiten.“ Calles nimmt sich zurück, dabei ist Rastas märchenhafter Höhenflug vor allem sein Verdienst.

„Pedro leistet überragende Arbeit. Es sind ja nicht nur die Ergebnisse, er hat der Mannschaft eine Signatur gegeben“, sagte der frühere Bundesliga-Trainer und heutige TV-Kommentator Stefan Koch kürzlich im NWZ-Interview über seinen ehemaligen Assistenztrainer bei den Artland Dragons. Als sich der Club aus Quakenbrück 2015 aus der Bundesliga zurückzog, wechselte Calles ins wenige Kilometer entfernte Vechta, wo er zunächst ebenfalls in der zweiten Reihe arbeitete. Dies änderte sich schlagartig, als Rasta sich von Aufstiegstrainer Doug Spradley trennte und Calles im Sommer zum neuen Chefcoach machte.

Der in Andalusien aufgewachsene Sportwissenschaftler nutzte seine Chance und formte eine Mannschaft, die mit überfallartigen Basketball die gesamte Liga verblüffte. Kein anderes Team nimmt mehr Dreipunkte-Würfe pro Partie, keine anderes klaut dem Gegner häufiger den Ball. „Die Spieler glauben an sich und an das System“, sagt Calles.

Den Titel des jüngsten Bundesliga-Trainers musste er im Saisonverlauf an Bambergs Neu-Coach Federico Perego (34) abgeben. Dafür gilt Calles als Top-Favorit für die Auszeichnung zum „Trainer des Jahres“ in der BBL, europaweit dürften Clubs auf ihn aufmerksam geworden sein. „Ich bleibe auf dem Boden. Für mich ist wichtig, bei einem Club zu arbeiten, wo ich der sein kann, der ich bin und wo sich auch meine Familie wohlfühlt – dies ist in Vechta der Fall“, erklärt Calles, vermeidet jedoch ein Bekenntnis zu Rasta für die kommende Saison: „Ich schaue nicht so weit in die Zukunft. Ich denke an das nächste Training und an das nächste Spiel.“

Das nächste Spiel ist am Sonntag gegen die Bayern. Nach dem euphorisch bejubelten Sieg über Berlin in der Hinrunde hofft nun ganz Vechta auf eine weitere, noch größere Sensation. „München ist das beste Team Deutschlands, eines der besten Teams in Europa. Sie sind der Favorit“, meint Calles. Allerdings sagt er dem Meister einen heißen Tanz an: „Wir werden so spielen wie immer: 40 Minuten Kampf und harte Verteidigung. Wir wollen den Gegner dazu zwingen, über uns nachzudenken – und nicht andersherum.“

Christopher Deeken Redakteur / Sportredaktion
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