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NWZonline.de Sport Basketball

Vom Praktikanten zum Bayern-Profi

26.10.2011

OLDENBURG Wenn Je‘Kel Foster, Jonathan Wallace und Ruben Boumtje Boumtje an diesem Sonnabend (20.05 Uhr/Sport 1) mit dem Basketball-Bundesligisten Bayern München in der Oldenburger Arena bei den EWE Baskets antreten, wird das Trio viele Bekannte begrüßen. Schließlich haben die drei 2009 – damals noch im Trikot der Oldenburger – die deutsche Meisterschaft errungen.

Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller wird bei den Gästen vergeblich nach alten Bekannten suchen. Denn sein Engagement als Bundesliga-Basketballer bei den Münchnern liegt bereits knapp 40 Jahre zurück.

„Ich bin 1973 von Westerstede nach München gezogen, um ein längeres Praktikum zu absolvieren“, erzählt der 59-Jährige. „Zuvor hatte ich in der niedersächsischen Landesauswahl und in der Bundeswehr-Nationalmannschaft gespielt. Die Bayern wiederum spielten in der Südstaffel der damals noch zweigeteilten Ersten Liga. Da habe ich mal vorbeigeschaut, und plötzlich war ich dabei.“

Aus einigen Monaten in München wurden vier Jahre. Denn Schüller hatte geplant, nach Ende seines Praktikums zum Betriebswirtschafts-Studium nach Hamburg oder Münster zu gehen. „Es lief sportlich ganz gut, und der Verein überredete mich, doch in München zu bleiben und dort zu studieren“, erinnert sich Schüller. „So konnte ich weiter mit dem FC Bayern in der Bundesliga spielen.“

Ein weiteres Argument war das Finanzielle. „Rund 1000 DM-Mark“, so Schüller, erhielt er pro Monat fürs Basketballspielen. Für einen Studenten in den 1970er-Jahren eine gehörige Summe Geld.

Die Heimspiele bestritt das Team in der Rudi-Sedlmayer-Halle, die für die Olympischen Spiele 1972 errichtet worden war. Der Zuschauerschnitt habe bei 1000 Besuchern gelegen, erinnert sich Schüller – 2011/12 liegt der Wert bei 5071. Der inzwischen umgebaute Spielort (er trägt jetzt den Namen eines Sponsors) dürfte das Einzige sein, was die Bundesliga-Teams des FC Bayern von damals und heute verbindet. Denn wenn Schüller das heutige, professionelle Umfeld sieht, muss er über die damaligen Verhältnisse schmunzeln.

„Am Ende eines Monats kam der Abteilungsleiter zum Training. Dann wurden die Spieler zu ihm in die Kabine gerufen und es gab einen Umschlag mit dem Gehalt“, berichtet der ehemalige Aufbauspieler. „Und wenn der Abteilungsleiter gute Laune hatte und ich in den Wochen zuvor gut gespielt hatte, steckte auch mal ein Schein mehr als ausgemacht im Umschlag.“

Beim Projekt Bundesliga stieß aber auch der FC Bayern bald an seine Grenzen. Es folgte eine Zusammenarbeit der Basketball-Abteilung mit dem USC München. „So wurde ich Teamkamerad von Holger Geschwindner, der beim USC spielte“, erzählt Schüller. Geschwindner war bei den Olympischen Spielen 1972 Kapitän des deutschen Nationalteams gewesen. Heute ist er vor allem als Entdecker und Berater von Superstar Dirk Nowitzki ein Begriff.

Nach vier Jahren und rund 100 Spielen ging für Schüller die Zeit in München zu Ende; er kehrte nach Westerstede zurück. Die Basketballer des FC Bayern spielten jahrelang zweit- und drittklassig. Erst Ende der 1980er-Jahre folgte eine kurze Rückkehr in die Bundesliga, ehe 2011 erneut der Aufstieg ins Oberhaus gelang.

 @  http://www.NWZonline.de/ewebaskets Hermann Schüller (Bild) ist ehrenamtlicher Geschäftsführer der EWE Baskets. Im Hauptberuf ist er geschäftsführender Gesellschafter des glasverarbeitenden Unternehmens Semcoglas (Westerstede). Basketball hat beim FC Bayern Tradition. Der Club zählte 1966 zu den Gründungsmitgliedern der Ersten Bundesliga (Südstaffel). 1968 wurde das Team Pokalsieger.

Hauke Richters
Leitung
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2030

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