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NWZonline.de Sport Basketball

Während der Hymne hält Susanne wirklich ihren Babbel

13.08.2008

Schon zwischen vier und fünf Uhr nachts geht es los. Fabian Hambüchen greift am Reck daneben. Schwimmer, nicht die deutschen, stellen in Peking den neunten und zehnten Weltrekord auf. Wer mag an natürliche Steigerungen glauben? Die Reporter vom ZDF, der deutschen Schwimm-Verlierernation angehörig, bleiben höflich und unkritisch.

Ab acht und neun gewinnen wieder Chinesen. Es kommt nicht von mangelndem Respekt, dass ihre Namen zum einen Ohr rein und zum anderen heraus gehen. Kann die Olympialaune noch mehr versauern?

Sie kann. Der letzte von vier Boxern scheidet aus. „Wir stehen schlechter da als die Jungfrauen-Inseln und Mauritius“, ordnet der Kommentator das Abschneiden ein und analysiert es überzeugend. Auch die Ruder-Experten sind besser drauf als der Achter. „Schaffen sie es?“ fragt York Polus vor dem Hoffnungslauf Roland Baar. „Ich glaube, dass es eng wird“, antwortet der Silber- und Bronzegewinner. Was heißt: Die haben keine Chance! Richtig.

Der letzte Olympiazauber verfliegt beim Basketball. Die Deutschen sind gegen die Griechen schlecht, Reporter Daniel Pinschower ist grauslich. Er empfiehlt bei 20 Punkten Rückstand, „die Niederlage in Grenzen zu halten“. Sein eigener sprachlicher Rückstand bleibt hoch: „Die griechische Mannschaft hat gezeigt, dass sie ein Medaillenkandidat sind.“

Norbert Galeske kann ihm beim Frauenfußballspiel gegen Nordkorea das Wasser reichen: „Das deutsche Team kommt mit dem Vorsatz aufs Feld, ihren Fans ein gutes Spiel zu bieten.“ Nun ja, lang sind die Arbeitszeiten bei Olympia, kurz die sprachlichen Ausbildungseinheiten beim Fernsehen, nörgelig sind die Fernsehzuschauer im Misserfolg.

Alles schreit in einer solchen verfahrenen Situation nach dem Wandel. Das ZDF erahnt ihn an der Wildwasser-Strecke und setzt dort auf Jan Benzien. Der bleibt an einer Walze hängen. Passt in den Tag. Aber dann richtet es Alexander Grimm. Der dramatische Wettkampf kostet am Fernseher beim Hin und Her zwischen ZDF und Eurosport Nerven. Die Euros kommentieren fachlich drei Wellen höher gegenüber Susanne Simon im Zweiten, die mehr Dramatik herüberbringt.

Das erste Gold! Die nächsten folgen! Hallo, Olympia hat angefangen! Gestern Mittag! Seitdem ist uns fast alles egal. Lass die Susanne eine sabbelhafte Quasselbuchse sein, die ihren Babbel mal gerade während der Hymne für Grimm hält. Olympia, das zeigt dieser Tag der auseinander driftenden Emotionen, wirkt aus sich selbst. Daran können Fernsehreporter weder im Guten noch im Schlechten etwas ändern.

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