Herr Wysocki, fühlen Sie sich eigentlich schon urlaubsreif?
Konrad Wysocki (31)Auf gar keinen Fall. Wir haben noch einiges vor in dieser Saison und wollen noch möglichst viele Spiele bestreiten.
Dennoch könnte diese bisher so erfolgreich verlaufene Saison mit einer Niederlage an diesem Sonnabend urplötzlich vorbei sein. Wie geht man als Spieler mit so einer Situation um?
WysockiIndem man gar nicht so negativ an die Sache herangeht. Wir spielen in unserer Halle und wissen, dass wir eigentlich die bessere Mannschaft sind. Wir haben es in der eigenen Hand, Schwarzmalerei bringt uns nicht weiter.
Wie erklären Sie sich die Diskrepanz zwischen den Heim- und Auswärtspartien?
WysockiDas ist schwierig, die Leistungen waren wirklich extrem unterschiedlich. Beim letzten Spiel in Bonn waren wir zu Beginn sehr unkonzentriert, Bonn hingegen war super motiviert und hat sich in der ersten Halbzeit in einen Rausch gespielt, speziell Kyle Weems (26 Punkte nach zwei Vierteln; Anm. d. Red.). Der hohe Rückstand zur Pause hat uns das Genick gebrochen.
Wurde der Gegner im Gefühl der eigenen Stärke vielleicht etwas zu sehr auf die leichte Schulter genommen?
WysockiNein, das erste Spiel in Bonn, als wir ja ähnlich schlecht angefangen haben, war Warnschuss genug. Wir wussten schon, dass es nicht einfach wird. Trotzdem hat es wieder nicht geklappt, aber da muss man auch den Bonnern Respekt zollen, die wirklich stark gespielt haben. Aber trotzdem: So etwas darf uns eigentlich nicht passieren.
Wie ist jetzt die Stimmung in der Mannschaft?
WysockiJeder ärgert sich über sich selbst. Es ist einfach unnötig, dass wir dieses fünfte Spiel bestreiten müssen. Aber noch ist nichts verloren, wir wollen diese Serie jetzt unbedingt beenden – positiv. Wenn wir das schaffen, interessiert es auch keinen mehr, wie die Auswärtsspiele in Bonn gelaufen sind.
Was für ein Spiel erwarten Sie heute Abend?
WysockiDie Bonner haben nichts zu verlieren. Sie sind Außenseiter, fühlen sich gut und haben gezeigt, dass sie uns schlagen können. Für uns ist das eine gefährliche Situation, der Druck ist da. Keine Frage. Wir haben dafür das eigene Publikum im Rücken. Das Motto muss lauten: Hintern zusammenkneifen und tun, was zu tun ist.
Am vergangenen Mittwoch sind Sie nach Spielschluss mit Bonns David McCray aneinandergeraten. Was war da los?
WysockiAch, David und ich kennen uns schon lange. Er hat mir nach dem Spiel ein paar Sachen ins Ohr gerufen und da habe ich ihm halt geantwortet. Das waren aber normale Emotionen, wie sie nach einem Spiel schon mal hochkochen können.
Herr Wysocki, warum erreicht Oldenburg das Halbfinale?
WysockiWeil wir schon die ganze Saison über sehr guten Basketball spielen. Und weil wir viele Spieler haben, die reichlich Playoff-Erfahrung mitbringen. Wir wissen, worum es geht.
