Oldenburg - Zehn Minuten lang spielten die EWE Baskets am Sonnabend so, wie es sich wohl die meisten der 5911 Zuschauer in der großen Arena erhofft hatten. Die Oldenburger Bundesliga-Basketballer beeindruckten mit schnellen Kombinationen und sehenswerten Abschlüssen, boten dem Gegner Eisbären Bremerhaven kaum Lücken in der Verteidigung und pflückten sich beherzt in der Defensive wie in der Offensive die vom Korb zurückspringenden Bälle.

Dass die letztlich mit 82:66 (40:40) gewonnene Partie gegen den Nordwest-Rivalen keinen Eingang in die Liste herausragender Derbys finden wird, lag an den übrigen 30 Minuten. In denen tat sich der Vizemeister sehr schwer, leistete sich viele Abspielfehler und vergab zahlreiche Versuche in der Offensive.

So sorgte die zweifellos herausragende Vorstellung im dritten Viertel – der Abschnitt wurde für sich betrachtet mit 25:5 gewonnen – dafür, dass Oldenburg als Sieger vom Feld ging. Denn die Gästemannschaft von Trainer Calvin Oldham war vor und nach diesem Zwischenspurt der Gastgeber nicht in der Lage, die Schwächen der Baskets entscheidend auszunutzen.

„Wir haben uns einen Pflichtsieg erarbeitet“, sagte Baskets-Trainer Sebastian Machowski: „Uns muss aber klar sein, dass wir uns in den nächsten Wochen nicht noch einmal solche Aussetzer leisten können, wenn wir den vierten Tabellenplatz verteidigen wollen.“

Eben solche Phasen gab es in den ersten beiden Vierteln. Die Eisbären, bei denen Liga-Topscorer Darius Adams mit 22 Punkten bester Werfer war, agierten vor dem Seitenwechsel erheblich frischer und lagen mit bis zu neun Punkten in Führung. Die Trefferquote der Oldenburger aus dem Feld betrug in der ersten Halbzeit lediglich 35 Prozent. Auf respektable Werte kam in jener Phase nur Julius Jenkins, der am Spielende ebenso wie Dru Joyce 15 Punkte verbuchte; die beiden waren damit die erfolgreichsten Werfer der Baskets.

Kurz nach Beginn des dritten Viertels brachte Robin Smeulders die Oldenburger erstmals in Führung (42:40). Es folgten spektakuläre und erfolgreiche Aktionen, mit denen die Baskets Lust auf die am 10. Mai beginnenden Playoffs machten. Die Folge war, dass der Vorsprung auf bis zu 22 Punkte (65:43) anwuchs. Dabei gelang den Oldenburgern auch ein 12:0-Lauf.

„Unsere Leistung im dritten Viertel ist für mich eine große Enttäuschung“, ärgerte sich Oldham: „Wir haben es in jenen Minuten nicht geschafft, als Mannschaft zusammenzubleiben.“

Im Schlussviertel war dann wieder Sand im Oldenburger Getriebe, in Gefahr geriet der Sieg aber nicht mehr. Nicht mehr zum Einsatz kam in den Schlussminuten Center Philipp Neumann, der von Machowski aufgrund von Rückenproblemen geschont wurde.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)