Oldenburg - Rickey Paulding klagte auf hohem Niveau. „Bei der Ehrenrunde ist der Weg jetzt viel länger“, sagte der Kapitän der EWE Baskets Oldenburg am späten Sonnabendabend scherzhaft. Zuvor hatte er mit seiner Mannschaft die Baskets Bonn mit 84:74 besiegt und sich nach dem ersten Spiel in der mit 6000 Zuschauern ausverkauften neuen EWE-Arena mit seinen Teamkollegen auf den Weg gemacht, um sich bei den am Spielfeldrand sitzenden Besuchern für die Unterstützung zu bedanken. Anführer Paulding hatte dabei zunächst Probleme, den Weg zwischen Werbebanden, Absperrungen und Stuhlreihen zu finden, vollendete schließlich aber die Runde.
50 Ordner im Einsatz
„Es ist extrem gut gelaufen“, sagte Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller und meinte damit weniger die Ehrenrunde der Bundesliga-Basketballer, sondern die Premiere in der neuen Halle als Ganzes. „Natürlich waren wir vor diesem Abend etwas angespannt. Es hat aber alles gut geklappt.“ Vor allem der Ordnungsdienst, der in der neuen Halle auf rund 50 Personen aufgestockt worden war, habe trotz vieler neuer Kräfte und trotz neuer Umgebung reibungslos gearbeitet.
In einer kleinen Eröffnungszeremonie hatte Sänger Cosmo Klein zwischen sich aufwärmenden Spielern seinen Auftritt auf dem Feld, ehe um 20 Uhr das erste Spiel in der neuen Arena begann. Aus dem Publikum gab es viel Lob ob der guten Stimmung in der modernen Halle. Einige Zuschauer kritisierten aber die Rahmenbedingungen.
„Grundsätzlich finde ich, dass diese Arena eine der schönsten, wenn nicht die schönste Basketball-Halle in Deutschland ist“, sagte Jannik Wiggers vom Baskets-Fanclub „Thunderstorm“: „Mit der Situation im Fanblock sind wir aber unzufrieden.“ Grund für die Kritik war laut Wiggers, dass in dem Stehblock hinter dem Korb viele Besucher eine eingeschränkte Sicht hatten. Entweder hätten diese Fans auf der Ebene des Spielfeldes oder nur leicht erhöht gestanden. „Innerhalb dieses Blocks muss es mehr Stufen geben, damit die Leute in den hinteren Reihen richtig sehen können“, forderte Wiggers. Der Fanclub sei deshalb bereits im Gespräch mit den Baskets. Schüller bestätigte dies und kündigte Verbesserungen an. „Zu den Playoff-Spielen werden wir eine andere Lösung anbieten“, erklärte er.
Rollstuhlfahrer unzufrieden
„Unglücklich“ über ihren Platz war Stephanie Strudthoff-Pautz. Die Rollstuhlfahrerin ist Dauerkarten-Inhaberin und hatte in der alten Arena – wie die anderen Rollstuhlfahrer auch – an der Längsseite des Feldes gesessen. „Jetzt sitzen wir hinter dem Korb. Dort kann man viel leichter mal einen Ball abbekommen. Zudem sind die Werbebanden, hinter denen wir sitzen, sehr hoch. Dadurch können einige Fans nicht so gut sehen“, sagte die Oldenburgerin.
Schüller begründete den neuen Platz für die Rollstuhlfahrer hinter dem Korb mit dem Umstand, dass an der Längsseite hinter der Bande nicht genügend Platz bis zur ersten Sitzreihe sei. Eine Verlegung an den angestammten Platz sei daher nicht möglich.
