BAMBERG/OLDENBURG - Jahrelang war „Freak City“, auch bekannt als Bamberg, eine Basketball-Märchenwelt. Der heimische Bundesligist bildete gemeinsam mit Alba Berlin die deutsche Spitze, die Halle war ständig voll und Trainer Dirk Bauermann machte gute deutsche Spieler zu sehr guten deutschen Spielern, die er in Personalunion als Bundestrainer auch noch in der Nationalmannschaft betreute.
In dieser Saison ist beim Meister von 2005 und 2007, der an diesem Mittwoch um 20.15 Uhr den Spitzenreiter EWE Baskets Oldenburg erwartet, ein Stückchen Normalität eingekehrt. Der Trainer heißt nun Chris Fleming, die Mannschaft steht auf dem siebten Platz und die heimische Arena ist längst nicht mehr bei jedem Spiel ausverkauft. Der Schnitt von 6500 Besuchern pro Heimspiel ist dennoch ein sehr guter und der zweitbeste hinter Alba Berlin (9500).
Hallenzukunft offen
Allerdings ist die Zukunft Bambergs als Basketball-Standort fraglich. Denn die Mit-Eigentümerin der Spielstätte muss ihre Anteile aufgrund einer drohenden Insolvenz verkaufen. Die Baskets Bamberg benötigen allerdings Planungssicherheit in Sachen Heimstätte, um vom Ligaverband BBL eine Lizenz für die Saison 2009/10 zu erhalten. So ist für die kommende Spielzeit selbst ein Umzug ins nahe gelegene Nürnberg nicht ausgeschlossen, wo es eine BBL-taugliche Halle gibt.
Sportlich läuft es dagegen bei den Franken derzeit wieder etwas besser. Nach seinem Wechsel von Quakenbrück nach Bamberg war Fleming mit seiner neuen Mannschaft in der ersten Saisonhälfte meist unterhalb der Linie, die die Playoff-Plätze markiert, herumgekrebst. Mit fünf Siegen in Folge haben die Bamberger nun gute Chancen, dass es nach der Punktrunde noch einen Nachschlag gibt.
Dickau wieder fit
Erfolgreichster Werfer des Ex-Meisters ist Dan Dickau (17,6 Punkte im Schnitt), der im Saisonverlauf nachverpflichtet worden war. Der ehemalige NBA-Profi der New Orleans Hornets kam im Januar, um die Bamberger wieder in die Erfolgsspur zu führen. Nachdem Dickau zuletzt wegen einer Verletzung gefehlt hatte, kündigte Fleming nun an, dass der Amerikaner gegen den Spitzenreiter aus Oldenburg wieder dabei sein werde.
