Herr Tadda, an diesem Donnerstag beginnt die EM für Deutschland mit dem Spiel gegen die Ukraine. Vor dem Turnier gingen fünf von acht Testspielen verloren. Ist das Team stark genug, um die K.o.-Runde zu erreichen?
KArsten Tadda (28)Ja, natürlich. Die Vorbereitung verlief ja unter erschwerten Bedingungen mit Verletzungen und später dazugestoßenen Spielern. Jetzt sind wir voll besetzt und möchten zeigen wie stark wir sind.
Was ist für die deutsche Mannschaft bei der EM denn möglich?
TaddaEiniges. Wir müssen aber unser jeweiliges Ziel auf den nächsten Gegner richten. Da zählt momentan nur die Ukraine, auf die wir uns gründlich vorbereitet haben. Aber insgesamt ist klar, dass wir alle unbedingt nach Istanbul (dort wird die K.o.-Phase ausgetragen, Anm. d. Red.) möchten. Und dann wird vieles möglich sein.
Wie schätzen Sie die Vorrundengegner ein?
TaddaDie Ukraine vermisst einige ihrer besten Spieler. Wir müssten sie schlagen können, das wäre zum Auftakt ganz wichtig. Aber unterschätzen dürfen wir den Gegner auf keinen Fall. Georgien ist richtig gut besetzt. Sie spielen zwar mit einer kleinen Rotation, sind aber sehr erfahren und gefährlich. Israel wird vor den eigenen Fans ein ganz harter Gegner sein, aber Chancen haben wir auf jeden Fall. Italien muss ohne Andrea Bargnani und Danilo Gallinari auskommen, hat aber trotzdem noch eine ausgeglichene und tiefe Mannschaft, gegen die es bestimmt nicht leicht wird.
Der dickste Brocken warten zum Vorrunden-Abschluss mit Litauen.
TaddaJa, Litauen ist natürlich der Topfavorit in der Gruppe. Eine super erfahrene Truppe, ein echter Hochkaräter. Da müssen wir schon unseren besten Basketball spielen, wenn wir eine Chance haben wollen.
Ist das deutsche Team zu abhängig von Dennis Schröder?
TaddaDas glaube ich überhaupt nicht. Dennis ist natürlich unser „go to guy“ und wird in wichtigen Situationen häufig den Ball in der Hand haben. Aber er darf nicht die komplette Last tragen, es wird wichtig sein, dass wir so ausgeglichen wie möglich auftreten. Ich glaube, dass Dennis uns alle besser macht. Er ist kein Spieler, der es mit Gewalt erzwingen will, sondern er verteilt den Ball und dann müssen wir da sein.
Sie sind der Spieler mit den drittmeisten Länderspielen im Kader. Sehen Sie sich deshalb als Führungsspieler? Können die Jüngeren von Ihrer Erfahrung profitieren?
TaddaBestimmt. Ich bin jetzt der zweitälteste Spieler hier und habe einige Erfahrungen, auch international, sammeln können. Da gebe ich schon mal ein paar Ratschläge und Tipps. Ich gehe dann auf die jungen Spieler zu, wenn mir etwas auffällt.
Ihr neues Team, die EWE Baskets Oldenburg, bereitet sich derzeit auf die Saison vor und ist gerade aus dem Trainingslager zurückgekehrt. Machen Sie sich Sorgen, zu viel zu verpassen? Stehen Sie in Kontakt zu Trainer Mladen Drijencic?
TaddaNatürlich stehe ich im Kontakt. Ich habe aber keine Angst viel zu verpassen, sondern bin ein Spieler, der normalerweise schnell in ein neues Team findet. Mir wurden die Erwartungen an mich und meine Aufgaben vorher dargelegt, so dass ich zumindest teilweise weiß, was in Oldenburg auf mich zukommt.
Wie sind der Zeitplan nach der EM aus? Wann stoßen Sie zu den Baskets?
TaddaDas haben wir noch nicht besprochen. Jetzt steht erst einmal zu hundert Prozent die EM im Fokus. Es wird aber sicher mein Wunsch sein, danach möglichst schnell zum neuen Team zu stoßen.
