Oldenburg - Ein Hauch des NBA-Allstar-Wochenendes wehte am Sonnabend durch die große EWE-Arena. Während der Italiener Marco Belinelli in New Orleans beim Dreipunktewettbewerb des Zusammenkommens der besten Akteure der nordamerikanischen Basketball-Profiliga an einem Rekord schnupperte und sich den Titel sicherte, spielten auch die EWE Baskets Oldenburg in der Bundesligapartie gegen die Phantoms Braunschweig groß auf.
Die Mannschaft von Trainer Sebastian Machowski festigte beim 95:70-Kantersieg mit einem Dreierhagel ganz nach dem Vorbild Belinellis Tabellenplatz vier. Zugleich ließen die Baskets die Sorgenfalten auf den Gesichtern der Braunschweiger, die in der vergangenen Woche vom Absprung ihres Hauptsponsors überrascht worden waren, noch ein wenig tiefer werden.
Dabei erwischten die Gäste den besseren Start in die Partie. Immanuel McElroy – mit 14 Punkten erfolgreichster Werfer der Braunschweiger – war zweimal unter dem Korb erfolgreich, bis Jannik Freese die ersten Oldenburger Punkte zum 2:4 auf die Anzeigetafel der mit 4928 Zuschauern gefüllten Arena brachte. Dennis Schröder war übrigens nicht im Publikum. Weil der deutsche Profi in Diensten der Atlanta Hawks nicht für das NBA-Allstar-Wochenende nominiert war, hatte es Gerüchte gegeben, wonach sich der 20-Jährige die Partie seines Ex-Clubs Braunschweig in Oldenburg ansehen würde.
So verpasste Schröder, wie Baskets-Kapitän Rickey Paulding das Wettschießen auf den Korb der Gäste eröffnete: Seinem Dreier zum 10:10 (5. Minute) ließ er einen weiteren folgen. Dru Joyce und Julius Jenkins schraubten den Vorsprung bis auf 28:16 hoch.
Braunschweigs Trainer Raoul Korner reagierte und verordnete seiner Mannschaft eine 2:3-Zonenverteidigung, um die Dreipunkteflut der Oldenburger einzudämmen. Aber es half nichts: Die Baskets ließen den Ball so lange durch die eigenen Reihen laufen, bis ein freier Werfer gefunden wurde. Das uneigennützige Spiel resultierte in 18 Assists der Gastgeber, zudem sammelten gleich fünf Akteure mehr als zehn Punkte.
Kurz vor der Pause wurde es noch einmal spektakulär, als Philipp Neumann sich um seinen Gegenspieler drehte und den Ball mit einem krachenden Dunking zum 50:31 im Korb versenkte. Ein Dreier von Paulding besorgte den Halbzeitstand von 53:31.
Nach der Pause erstickte Nemanja Aleksandrov mit drei Dreiern in Serie jegliche Hoffnungen der Gäste auf eine Wende im Keim. Braunschweig haderte nun mehr und mehr mit sich und den Entscheidungen der Unparteiischen. Jenkins nutzte dies und erhöhte auf 77:47 – natürlich von jenseits der Dreipunktelinie. Sogar Hallensprecher Pepe Nast murmelte „unglaublich“ in das Mikrofon. Am Ende hatten die Gastgeber 16 von 26 Dreipunktewürfen verwandelt.
Geburtstagskind Dominik Bahiense de Mello (wurde am Sonnabend 29) konnte aufgrund einer Verletzung nicht am Spektakel mitwirken, zeigte nach der Partie aber seine Qualitäten als Anheizer des Fanblocks. Zusammen mit der Mannschaft feierten die Oldenburger Fans das Allstar-reife Spiel.
