Bonn/Oldenburg - Der Mann des Spiels musste in der Halle am Bonner Hardtberg noch ein TV-Interview geben, als in seinem Rücken bereits die große Party stieg. Rickey Paulding kam also mit etwas Verspätung in den Fanblock, wo die mitgereisten Anhänger der EWE Baskets Oldenburg ausgelassen den fulminanten Hauptrunden-Abschluss ihres Teams feierten.

Zahlen zum Spiel in Bonn

Bonn Mayo 17 Punkte/3 Dreier, Horton 4, Gamble 27, Bartolo 6, Thompson, Dileo, Silins, Barovic 11, Richter, Koch. Oldenburg C. Kramer 6, Paulding 22/5, Massenat 13/1, Schwethelm 16/4, Qvale 14, Duggins 4, De Zeeuw 5/1, Freese 4, D. Kramer 2, Lockhart, Mädrich, Wimberg n.e. Rebounds Bonn 28/Oldenburg 35. Trefferquote Dreier Bonn 21 Prozent/Oldenburg 42. Trefferquote Freiwürfe Bonn 77 Prozent/Oldenburg 100.

Durch einen vollauf verdienten 86:72 (46:38)-Erfolg bei den Baskets Bonn sicherten sich die Oldenburger am Montagnachmittag auf den allerletzten Drücker den fünften Platz in der Basketball-Bundesliga, der vor wenigen Wochen unerreichbar schien. Doch die Baskets erreichten nach einer komplizierten regulären Saison noch die für sie bestmögliche Ausgangsposition für die Playoffs, in denen nun der Viertplatzierte Medi Bayreuth auf das Team von Trainer Drijencic wartet.

Die erste Partie der Viertelfinal-Serie findet am Freitag (18 Uhr) in Bayreuth statt, ihr erstes Heimspiel bestreiten die Oldenburger am Dienstag, 9. Mai, in der großen EWE-Arena (18.30 Uhr). Zum Weiterkommen sind drei Erfolge nötig, im Halbfinale trifft der Gewinner der Serie auf den Sieger des Viertelfinal-Duells zwischen Ulm und Ludwigsburg.

Die von Ex-Baskets-Coach Predrag Krunic trainierten Bonner rutschten durch die Niederlage hinter die punktgleichen Oldenburger und Berliner auf Platz sieben ab und treffen in der ersten Playoff-Runde auf Meister Brose Bamberg. Die Baskets liegen im Dreiervergleich vorn.

„Wir sind sehr glücklich über den fünften Platz. Aber wir wissen auch, dass es gegen Bayreuth alles andere als leicht wird“, meinte Oldenburgs überragender Kapitän Paulding, der mit 22 Punkten bester Werfer war. Optimistisch zeigte sich Trainer Drijencic. „Ich schätze unsere Chancen gegen die Bayreuther gut ein. Wir wollen ihnen ihren Heimvorteil am besten schon durch einen Sieg am Freitag klauen“, sagte der 51-Jährige, dessen Mannschaft sich in Bonn bereits in absoluter Playoff-Form präsentierte.

Aufgrund der Niederlage von Alba Berlin am Samstag in Frankfurt stand fest, dass das Duell der Erzrivalen am Montag zu einem Endspiel um Platz fünf werden würde. Vor 5910 Zuschauern ließen die Baskets von Beginn an keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie dieses „Finale“ unbedingt gewinnen wollten. Angeführt von einem wie entfesselt aufspielenden Paulding setzten sich die Oldenburger schnell deutlich ab. Nach vier Minuten führten die Gäste mit 12:0, kurz darauf traf Paulding per Dreier zum 23:8. Der Baskets-Kapitän hatte zu diesem Zeitpunkt (6. Minute) bereits zwölf Punkte auf dem Konto.

Rechtzeitig in Fahrt

Eine starke Leistung bot auch Frantz Massenat (13 Punkte und zehn Assists), der auch in den wenigen kritischen Phasen Verantwortung übernahm. Die Bonner kämpften sich nach ihrem Fehlstart in die Partie, kamen durch ihren Topscorer Julian Gamble (27 Punkte) auch immer wieder in Korbnähe zu Punkten, brachten die stets konzentriert agierenden Oldenburger aber nie ernsthaft in Bedrängnis.

Drei Minuten vor Schluss machte Philipp Schwethelm mit einem Dreier zum 79:66 endgültig den Deckel drauf. Schwethelm zeigte an seinem 28. Geburtstag eine starke Partie, erzielte 16 Punkte und rundete so einen perfekten Baskets-Nachmittag ab.