Oldenburg - Nein, die DVD hat Sebastian Machowski nicht noch einmal herausgekramt. Vor dem Spitzenspiel in der Basketball-Bundesliga gegen die Baskets Bamberg an diesem Sonntag (20.15 Uhr/Sport 1) in der großen Arena verspürte der Trainer der EWE Baskets Oldenburg nicht die geringste Lust, seinen Schützlingen noch einmal die drei jüngsten Partien gegen die Franken vorzuführen.
„Das brauchen wir uns nicht noch einmal anzutun. Die meisten Szenen sind uns sowieso noch nur zu gut präsent“, meinte Machowski mit Blick auf jene denkwürdigen Finalserie im Juni. Damals lieferten sich Oldenburg und Bamberg einen verbissenen Kampf um die deutsche Meisterschaft, an dessen Ende die Franken den vierten Titel in Folge feierten.
0:3 hieß es aus Oldenburger Sicht, doch so klar, wie es das Ergebnis vermuten lässt, waren die Kräfteverhältnisse bei weitem nicht verteilt: Alle drei Begegnungen waren spannend bis zur letzten Sekunde – in der Summe trennten die Teams nur magere sieben Punkte.
Nun kommt es zum brisanten Wiedersehen mit den Franken, die sich zu einem Angstgegner der Oldenburger entwickelt haben: Die vergangenen neun Partien gewann allesamt Bamberg. Die Gelegenheit, diese Negativ-Serie endlich zu durchbrechen, scheint für die Gastgeber an diesem Sonntag auf den ersten Blick günstiger denn je.
Denn der Meister erscheint in dieser Spielzeit noch nicht wirklich gefestigt, sowohl in der Bundesliga als auch auf internationalem Parkett setzte es zum Teil überraschende Niederlagen. Nach dem 69:89 in der Euroleague am Donnerstag gegen das europäische Spitzenteam Real Madrid erkannte Trainer Chris Fleming immerhin „einen Schritt in die richtige Richtung“.
Die Oldenburger grüßen nach einem glänzenden Saisonstart von Tabellenplatz zwei. Allerdings zeigte beim Vizemeister die Leistungskurve zuletzt etwas nach unten. Zwei Niederlagen im Eurocup sowie ein erst in der zweiten Halbzeit überzeugender Auftritt gegen Rasta Vechta deuten darauf hin, dass sich die Mannschaft eine erste kleine Verschnaufpause gönnt.
Doch möglicherweise kommt den Oldenburgern in dieser Situation ein Hochkaräter wie die Bamberger gerade recht. „Die Spieler sind bis in die Haarspitzen motiviert“, sagte Machowski, der auf Konrad Wysocki zurückgreifen kann. Der Flügelspieler zog sich beim 73:83 gegen Chalon einen Sehnenriss im Ringfinger der linken Hand zu, ist aber einsatzfähig.
