Oldenburg - Die letzten 20 Sekunden des Spiels zwischen den EWE Baskets Oldenburg und Bayern München am Mittwochabend werden Trainer, Spieler und Fans der Oldenburger wohl noch Tage und Wochen in Erinnerung behalten.
Beim Stand von 72:72 starteten die Baskets einen Angriff. Anstatt aber einen Spieler erst ein oder zwei Sekunden vor Schluss in eine gute Wurfposition zu bringen, erhielt Center Adam Chubb acht Sekunden vor dem Ende in Bedrängnis den Ball. Der US-Amerikaner stand in der Zone und musste handeln, stieg hoch und wurde geblockt. Die Münchner griffen dann ihrerseits an, wobei Heiko Schaffartzik drei Sekunden vor Spielende gefoult wurde. Seine beiden verwandelten Freiwürfe bescherten den Baskets eine 72:74 (37:35)-Niederlage, da der allerletzte Versuch der Gastgeber nichts mehr einbrachte. Schlagartig wurde es damit ruhig in der großen Arena, in der 6120 Zuschauer zuvor eine begeisternde Atmosphäre geschaffen hatten.
Nach zwei Partien der Playoff-Halbfinalserie steht es nun aus Oldenburger Sicht 0:2, bei einer Niederlage im dritten Spiel an diesem Sonnabend (17.45 Uhr/Sport 1) in München wäre die Saison für den Basketball-Bundesligisten beendet.
„Da hätten wir uns cleverer anstellen müssen“, sagte Oldenburgs Aufbauspieler Dru Joyce mit Blick auf die letzten Sekunden des Spiels. Auch Chubb ärgerte sich, dass „die Bayern da noch eine Chance erhielten“. Und Baskets-Trainer Sebastian Machowski kritisierte, dass seine Spieler „zu früh den Abschluss gesucht“ hätten.
Der Ärger der Oldenburger war verständlich. Denn 39 Minuten und 40 Sekunden lang hatten sie zwar nicht alles, aber meist das Entscheidende richtig getan und waren auf den 1:1-Ausgleich zugesteuert. Dem Publikum hatte das Team dabei schnell klargemacht, was an diesem Abend möglich war. Denn nach zwei Minuten führte Oldenburg mit 10:0, kurz danach lagen die Baskets gar mit 18:5 vorn.
„Der Gegner hat uns zu Beginn gehörig in Schwierigkeiten gebracht“, sagte Bayern- Trainer Svetislav Pesic, der trotz des Sieges viele Haare in der Suppe fand. Über Malcolm Delaney, der im Schlussviertel herausragende Aktionen zeigte, urteilte Pesic: „Wenn er seine Emotionen in den Griff bekommt, kann er ein guter Spieler werden.“ Dass Delaney jüngst zum wertvollsten Spieler der Hauptrunde gewählt worden war, interessierte Pesic nicht: „Wer welche Auszeichnung bekommt, ist mir egal.“
Machowski obliegt es nun, seine Spieler wieder aufzubauen. Dass es einen Auswärtssieg und damit ein viertes Spiel in Oldenburg geben werde, könne er nicht versprechen, erklärte er: „Ich kann aber versprechen, dass wir alles versuchen werden.“
